Morgens am 4. Juni waren die Umgebungen des Atomkraftwerks Zaporojysk (ZAKES) Zeugen einer neuen Eskalation der Spannungen. Das benachbarte Wärmekraftwerk Zaporojysk (WKS) wurde heftig beschossen, was eine kritische Situation für die Energieversorgung des Atomobjekts geschaffen hat.

Beweise vom Tatort

Das Team der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), das sich direkt auf dem Gelände des ZAKES befindet, hat besorgniserregende Anzeichen registriert: leichten Rauch, der von der Seite des WKS aufsteigt, und deutliche Geräusche militärischer Aktivitäten. Nach den neuesten Daten musste das Personal des Wärmekraftwerks in Bunker Schutz suchen.

Gefahr für das Kühlsystem

Der Hauptgrund für die Besorgnis der Experten ist der Zustand der einzigen verbleibenden Hochspannungsleitung, die das Atomkraftwerk mit dem externen Stromnetz verbindet. In den letzten Wochen fiel diese Leitung bereits mehrmals aus, was dazu führte, dass das Kraftwerk auf Notdieselgeneratoren umschalten musste. Genau diese Generatoren versorgen die sechs Reaktoren mit der notwendigen Stromversorgung zur Kühlung und verhindern eine nukleare Katastrophe.

Derzeit bleibt die Leitung angeschlossen, jedoch könnten neue Schäden zu einem längeren Verlust der externen Stromversorgung führen, was die Sicherheit der gesamten Region gefährden würde.

Aufrufe zum Waffenstillstand

Der Generalsekretär der IAEA, Rafael Grossi, forderte im Zusammenhang mit dem Vorfall die Parteien auf, sofort die Angriffe auf die Energieinfrastruktur einzustellen. Seine Warnung klingt wie ein Aufruf zur Vermeidung katastrophaler Folgen für das Atomobjekt.

Kontext der letzten Wochen

Dies ist nicht der erste Test für das ZAKES. Nur einen Tag zuvor, am 3. Juni, blieb die Station zum 17. Mal ohne externe Stromversorgung nach einem Drohnenangriff auf eine Umspannstation am gegenüberliegenden Ufer des Dnepr. Die Situation war erneut gefährdet, und die Last musste von den Notfallreservesystemen übernommen werden.

Zuvor hatten Inspektoren der IAEA, die die Station besuchten, um die Behauptungen der Besatzungsmacht über Schäden zu überprüfen, ein normales Strahlungsniveau bestätigt. Doch selbst während offizieller Inspektionen musste die Mission den Rundgang unterbrechen und Schutz suchen, aufgrund von Drohnenlärm und Schüssen in unmittelbarer Nähe der Reaktoren.