Der Schauspieler Artur Aramyan, bekannt aus dem dramatischen Kriegsfilm "Klondike", zeigt sich in der neuen Comedyserie "Kotlyarevsky" auf dem Novyi Kanal in einer voellig unerwarteten Rolle als Konditor. In einem Blitzinterview mit dem Portal Styler erzaehlte der Kuenstler, wie er nach einer Reihe von Banditen-, Terroristen- und Soeldnerrollen danach strebt, die estereotypen Kaukasier-Schubladen zu verlassen und dem Publikum eine andere Seite von sich zu zeigen. Seinen Worten zufolge unterscheidet sich die Arbeit an einer Komoedie grundlegend von dramatischen Projekten: Waehrend er in "Klondike" nach inneren Ausloesern und Wut fuer seinen Antagonisten suchte, steht in "Kotlyarevsky" die Leichtigkeit im Vordergrund sowie die Faehigkeit, gemeinsam mit dem Team Spass zu haben – auch wenn hier die innere Drama-Figur mitschwingt, die gemocht werden moechte, es aber nicht schafft.
Vom "Klondike"-Antagonisten zum veganen Konditor
Aramyan raeumt ein, dass der Film "Klondike" ein Projekt ist, das "einem Schauspieler nur einmal im Leben passiert". Er ist der Regisseurin Maryna Er Gorbach fuer das Vertrauen dankbar und betont, dass die Zusammenarbeit mit Oksana Cherkashyna, Oleh Shcherbyna, Serhiy Shadrin und Kameramann Sviatoslav Bulakovskyi eine wertvolle Erfahrung fuer ihn war. Bei der Vorbereitung auf die Rolle des Antagonisten im Militaerdrama schaute sich der Schauspieler absichtlich Filme mit brutalen Handlungen an, um die innere Wut in sich zu wecken. Bei "Kotlyarevsky" ist der Anstoss umgekehrt: Die Figur scherzt und amuesiert sich, ist aber traurigerweise nicht in der Lage, die Zuneigung der Frauen um sie herum zu gewinnen. Genau diese Dualitaet, so Aramyan, verhindert, dass die Komoedie flach wirkt.
Eine spontane Entscheidung, die das Drehbuch veraenderte
Eines der auffallendsten Details, das Aramyan waehrend der Dreharbeiten in seine Rolle einbrachte, war die vegane Einstellung seiner Figur. "Irgendwie kam mir waehrend einer Szene spontan die Idee, die ich dem Regisseur vorschlug: dass mein Charakter Veganer sein sollte. Ich habe den Text sofort geaendert und vor der Kamera gesagt, dass ich Veganer bin. Ich denke, das ist lustig! Wie oft trifft man schon einen armenischen Veganer?", erinnert sich der Schauspieler. Der Regisseur stimmte zu, und der Witz schaffte es in den finalen Schnitt. Bei der Vorbereitung auf die Rolle des Konditors stuetzte sich Aramyan auf Erfahrungen aus der kueche seiner Mutter, obwohl er im Interview nicht alle Details seiner Vorbereitung preisgab.
"Der strenge Kaukasier" – ein Mythos, den man zerstoeren moechte
Der Schauspieler aeussert sich ganz offen darueber, dass er der sich wiederholenden Angebote muede ist: Banditen, Terroristen, Soeldner. "Ich wuerde mich gerne von diesen Bildern entfernen, damit man mich fuer dramatischere, tiefgruendigere Rollen in Betracht zieht, trotz meines stereotypen kaukasischen Aussehens", formuliert er. Bei der ersten Begegnung sehen die Leute in ihm seiner Meinung nach meistens den "strengen Kaukasier", waehrend er sich selbst als guetigen, froehlichen, offenen und bescheidenen Menschen beschreibt. Aramyan merkt zudem an, dass er im Laufe seiner Karriere kein einziges Mal ein Projekt wegen Konflikten mit Kollegen verlassen hat, sondern es vorzieht, Missverstaendnisse in einen Witz zu verwandeln und sich daran zu erinnern, dass "gutes Kino ein Ensemble ist".
Musik als zweites Leben: Tracks mit Khachibabyan und Chernyavsky
Neben der Schauspielerei macht Aramyan schon seit der Haelfte seines Lebens Musik. Zusammen mit dem Blogger Mikael Khachibabyan veroeffentlicht er Songs, die auf allen Musikplattformen verfuegbar sind, und mit dem Produzenten Oleksandr Chernyavsky arbeitet er an neuen Tracks. In naechster Zeit wird eine Veroeffentlichung mit Zlata Ognevich erwartet. Der Schauspieler laedt die Zuhoerer ein, seine Musik nicht nur kennenzulernen, sondern sie auch zu teilen und Kommentare zu hinterlassen. Ausserdem hebt Aramyan den kurzen Festivalfilm "Suri" der Regisseurin Dasha Volga mit Danylo Mireshkin und Olesya Zhurakovska im Ensemble hervor, den er fuer eine seiner gelungensten Arbeiten der letzten Jahre haelt und bedauert, dass er im Medienraum nicht genuegend Aufmerksamkeit erhalten hat.
Ein Prinzip, von dem er nicht abweicht
Zum Abschluss des Gespraechs ueber persoenliche Grenzen nennt Aramyan das einzige Prinzip, von dem er nicht abzuweichen bereit ist: Niemand darf unter keinen Umstaenden seine Ehre und die Ehre seiner Nahesten antasten. In allen anderen Fragen sei man der Ueberzeugung nach "immer in der Lage, mit jedem eine gemeinsame Sprache zu finden". Diese lakonische These spiegelt wohl am besten den Ansatz des Schauspielers wider, der in "Kotlyarevsky" beweist: Hinter der Maske eines strengen Kaukasiers kann sich ein lustiger Konditor verbergen, der jeden Moment bereit ist, sich als Veganer zu outen und den Saal zum Lachen zu bringen.