In der Welt von DIY-Builds und benutzerdefinierten Spielkonsolen ist die Grafikkarte ASRock BC-250 bereits zur Legende geworden. Dieses Gerät, basierend auf dem AMD-APU-Chip der PlayStation 5, bietet Gamern eine einzigartige Möglichkeit: eine leistungsstarke Plattform mit 16 GB GDDR6-Videografikspeicher für wenig Geld zu erhalten. Doch bis vor kurzem war das Potenzial dieser Karte künstlich begrenzt. Enthusiasten haben einen Weg gefunden, diese Einschränkungen aufzuheben und die wahre Stärke des Chips freizulegen.
Das Geheimnis liegt in den Treibern
Wie der bekannte Tech-Blogger ETA Prime herausfand, sind in der Standardversion der Karte nur 24 Compute-Units freigeschaltet. Dies wurde vom Hersteller getan, um die Stabilität zu gewährleisten, da Chips der Klasse B fehlerhafte Kerne enthalten können. Dank eines Treiber-Patches, der vom Nutzer duggasco auf GitHub veröffentlicht wurde, ist es nun möglich, alle 40 Compute-Units (CUs) zu aktivieren.
Die Modifikation funktioniert durch die Änderung von Kernel-Modul-Parametern, die Daten in die Hardware-Register schreiben, wenn der GPU initialisiert wird. Es ist nicht nur ein einfaches „Einschalten“ verborgener Kerne, sondern auch eine Änderung des Betriebsmodus des Systems. Die Karte kann nun bis zu 125 Watt verbrauchen und mit einer Frequenz von 1,5 GHz arbeiten, was deutlich über den werkseitigen Einstellungen liegt.
Testergebnisse: bis zu 28 % Leistungssteigerung
Die Enthusiasten haben sich nicht nur auf die Theorie verlassen, sondern eine Reihe von Tests in beliebten Spielen bei 1080p-Auflösung und hohen Grafik-Einstellungen durchgeführt. Die Ergebnisse übertrafen die Erwartungen:
- Cyberpunk 2077: Leistungssteigerung um 17 %, was den durchschnittlichen FPS von 36 auf 42 erhöhte.
- Hitman 3: Die Karte zeigte eine Verbesserung um 19 % und erreichte 69 FPS gegenüber den standardmäßigen 58.
- Spider-Man 2: Das beeindruckendste Ergebnis – ein Leistungsanstieg um 28 % (von 36 auf 46 FPS).
- GTA V: Leistungssteigerung um 24 %, was 72 FPS ermöglichte.
Risiken und Erfolgsbedingungen
Es ist wichtig zu beachten, dass ein solches Upgrade nicht ohne Risiken ist. Das Freischalten aller 40 Blöcke bedeutet, dass auch die Kerne, die möglicherweise wegen eines Defekts deaktiviert wurden, in Betrieb genommen werden. Wenn der Chip fehlerhaft ist, kann das System instabil werden. Außerdem ist das Standard-Kühlsystem der Karte nicht für eine Frequenz von 2 GHz ausgelegt, daher wird empfohlen, sich auf 1,5 GHz und eine Spannung von 900 mV zu beschränken.
Trotzdem wird die BC-250 für diejenigen, die bereit sind, für Leistung zu riskieren, zur idealen Wahl für einen budgetfreundlichen Gaming-PC. Die Notwendigkeit einer separaten Grafikkarte entfällt, und der integrierte schnelle GDDR6-Speicher macht diese Karte zu einem echten Hit für Fans von Linux-Gaming und benutzerdefinierten Konsolen.