Der ehemalige nationale Sicherheitsberater der USA, Jake Sullivan, hat in einem Interview mit dem National Public Radio (NPR) eine Prognose zur Zukunft des iranischen Atomprogramms abgegeben. Nach seiner Einschätzung wird Washington in naher Zukunft gezwungen sein, die Verhandlungen wiederaufzunehmen, deren Ergebnis ein Abkommen sein wird, das demjenigen, das während der Amtszeit von Barack Obama geschlossen wurde, fast identisch ist.

Rückkehr zu den alten Parametern

Sullivan, der persönlich an der Ausarbeitung des Atomabkommens von 2015 beteiligt war, erklärte, dass alle neuen Vereinbarungen die Parameter des früheren Dokuments wiederholen werden, aus dem die USA 2018 auf Initiative von Donald Trump ausgetreten sind. Der Experte betonte, dass die amerikanische Seite bereits einen hohen Preis für diesen Bruch bezahlt hat und nun gezwungen ist, zu den Ausgangspositionen zurückzukehren.

„Wir könnten am Ende zu einem Atomabkommen kommen. Und dieses Atomabkommen wird dem Abkommen, das Präsident Obama, John Kerry, Wendy Sherman und Leute wie ich vor vielen Jahren diskutiert haben und aus dem Donald Trump ausgetreten ist, sehr ähnlich sein', so Sullivan.

Er fügte hinzu, dass die USA zu ähnlichen Bedingungen zurückkehren werden, obwohl sie bereits Kosten für die Zeit ohne Vertrag getragen haben, obwohl der ursprüngliche Austritt aus dem Abkommen unvernünftig war.

Risiken für die Logistik und fehlende Vorteile

Im Verlauf des Gesprächs berührte der ehemalige Berater das Thema der aktuellen geopolitischen Lage, insbesondere die Sicherheit der Meerengen. Sullivan wies darauf hin, dass der Iran selbst im Falle der Unterzeichnung eines neuen Vertrags und der Wiederherstellung der Stabilität in der Region bereits die Fähigkeit gezeigt hat, die wichtigsten Logistikrouten de facto zu kontrollieren.

Nach seinen Worten hat Teheran bewiesen, dass es diese Routen erheblichen Risiken aussetzen kann. Das bedeutet, dass die USA selbst bei einer Wiederaufnahme des Abkommens die volle Sicherheit der Schifffahrt nicht garantieren können, die in einer früheren Phase gewährleistet worden wäre.

Einschätzung der aktuellen Position Washingtons

Bei der Analyse der entstandenen Umstände äußerte Jake Sullivan Skepsis gegenüber der Möglichkeit, dass die USA eine günstigere Position einnehmen können als die, die sie vor dem Austritt aus dem ursprünglichen Abkommen hatten. Er ist der Ansicht, dass die aktuelle Situation Washington nicht erlaubt, bei den Verhandlungen auf wesentliche zusätzliche Boni zu hoffen.

Bisher haben offizielle Vertreter der aktuellen Regierung des Weißen Hauses sowie das Team von Donald Trump keine Kommentare zu den Aussagen des ehemaligen Beraters abgegeben.