In Kiew wurde eine umfassende Prüfung der Verwendung von Haushaltsmitteln für den Bau und die Reparatur von Schutzanlagen eingeleitet. Der Bürgermeister der Hauptstadt, Witali Klitschko, hat dem Departement für interne Finanzkontrolle und Audit der Stadtverwaltung Kiew (KGGA) den Auftrag erteilt, die Tätigkeit der Bezirksstaatsverwaltungen für den Zeitraum von 2022 bis 2025 zu prüfen.
Milliardenzuflüsse und Ausgabenkontrolle
Seit Beginn des umfassenden Krieges haben die Behörden von Kiew den Bezirksverwaltungen rund 7 Milliarden Griwna für den Bau neuer und die Reparatur bestehender Schutzräume zur Verfügung gestellt. Laut Bürgermeister wurden dank dieser Mittel fast 3000 Objekte renoviert und eingerichtet. Für das laufende Jahr sind weitere 1,1 Milliarden Griwna für diese Zwecke vorgesehen.
Da die Bezirksverwaltungen die Verwalter der bereitgestellten Mittel sind und die Standorte der Arbeiten festlegen, wurde die Kontrolle ihrer Effizienz zur Priorität. Besonderes Augenmerk liegt auf Standorten, an denen Schutzanlagen fehlen: Wohnvierteln ohne U-Bahn-Stationen und abgelegenen Schlafvierteln.
Statistik der Kontrollen und Haftung
Kontrollmaßnahmen in Kiew werden bereits regelmäßig durchgeführt. Das Departement für kommunale Sicherheit überprüft gemeinsam mit den Bezirken und dem Staatlichen Dienst für Notfälle (GSCHS) die Einsatzbereitschaft der Objekte. Seit Jahresbeginn haben Inspektoren 630 Schutzräume inspiziert, wobei in 85 davon Probleme festgestellt wurden.
Die Verantwortung für den unzureichenden Zustand der Schutzanlagen ist bereits für eine Reihe von Inhabern eingetreten. Seit Anfang 2026 wurden 171 Personen wegen Verwaltungsverstößen zur Rechenschaft gezogen. Die Hauptgründe für die Bußgelder waren Verstöße gegen Vorschriften, die zu einer Nichtbetriebsbereitschaft des Objekts führten, sowie die Nichtbefolgung gesetzlicher Anweisungen von Beamten.
Typische Probleme und Überwachung
Trotz der investierten Mittel bestehen in vielen Anlagen charakteristische Mängel. Zu den häufigsten Problemen gehören das Fehlen oder der Mangel an Sitzplätzen, Probleme mit der Stromversorgung und ein unzureichender Hygienestatus.
Gegenwärtig sind in Kiew mehr als 4300 Schutzräume in Betrieb. Die Überwachung ihres Zustands und ihrer Verfügbarkeit übernimmt das Kontaktzentrum 1551. Der Bürgermeister betonte auch, dass die Stadt weiterhin an der Verbesserung der Infrastruktur arbeitet, und führte als Beispiel die jüngste Renovierung des Bereichs um die U-Bahn-Station „Polytechnischer Institut“ an, wo nach dem Abriss von Kleinarchitekturelementen (MAF) ein Platz für den freien Zugang zur Station während Alarmen angelegt wurde.