In der Schweizer Stadt Genf, nur einen Tag vor Beginn des Gipfels der „Gruppe der Sieben' (G7), haben sich großangelegte Ereignisse abgezeichnet. Tausende Menschen sind auf die Straßen der Stadt gezogen, um ihre Ablehnung der Politik der Weltführer zum Ausdruck zu bringen. Die Demonstration, die am Vortag begann, eskalierte zu Zusammenstößen mit den Strafverfolgungsbehörden, und die Behörden sahen sich gezwungen, beispiellose Sicherheitsmaßnahmen einzuführen.

Massenzug und Vielfalt der Forderungen

Die Demonstration, an der nach Polizeischätzungen etwa 20.000 Menschen teilnahmen, versammelte am Ufer des Genfersees ein breites Spektrum gesellschaftlicher Gruppen. Der Demonstration schlossen sich Umwelt- und feministische Organisationen, Gegner des Imperialismus, Aktivisten für unabhängige Medien und Befürworter der Rechte der Palästinenser an.

Die Teilnehmer versammelten sich im Park und zogen anschließend durch die Innenstadt. Ein visuelles Symbol des Protests war ein Boot, das mit einem Segel mit der Aufschrift „No G7' über den See fuhr. In der Menge wurden eine Gruppe junger Menschen in schwarzer Kleidung und mit Masken sowie Plakate mit den Aufschriften „Antisemitismus – nie; Antizionismus – immer' gesichtet.

Eskalation der Gewalt und Reaktion der Polizei

Der friedliche Charakter des Zugs wich schnell angespannter Stimmung. Entlang des Demonstrationsrouten wurden Holzzäune beschädigt und Fenster von Gebäuden eingeschlagen. Als Reaktion auf Angriffe durch einzelne Teilnehmer setzte die Polizei Tränengas ein.

Ein Polizeisprecher aus Genf, Alexandre Braje, bestätigte, dass die Strafverfolgungsbehörden nach einer Reihe von Vorfällen den Demonstranten den Befehl erteilten, sich zu zerstreuen. Die Situation erforderte eine harte Reaktion, um weitere Schäden an der städtischen Infrastruktur zu verhindern.

Notstand und Schließung der Grenzen

Im Vorfeld des dreitägigen Treffens der G7-Führer, das im französischen Kurort Évian-les-Bains stattfinden wird, haben die Behörden von Frankreich und der Schweiz Tausende Polizisten mobilisiert. Sicherheit wurde zum absoluten Priorität: An der Grenze zwischen den beiden Ländern blieben nur sieben von 35 Straßenkontrollstellen geöffnet.

Die Behörden sperrten mehrere Straßen und verbotene ungenehmigte Versammlungen. Unternehmer, die Unruhen fürchteten, verschlossen Schaufenster von Geschäften und Unternehmen mit Holzplanken. Ähnliche Sicherheitsmaßnahmen wurden auch während des G7-Gipfels in Évian im Jahr 2003 angewendet. Die Behörden versprachen eine kompensatorische Unterstützung für Unternehmen, die aufgrund von Einschränkungen und möglichen Konflikten Verluste erleiden könnten.

Politischer Kontext: Ukraine und Trump

Hintergrund der Straßenunruhen in Genf und Évian ist ein ernsthaftes diplomatisches Spiel. Wie erwartet, werden die europäischen Führer bei Treffen mit dem US-Präsidenten Donald Trump im Rahmen des G7-Gipfels versuchen, seine Unterstützung für die Förderung neuer Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland zu gewinnen.

Die Ukraine und die europäischen Führer beabsichtigen, Donald Trump von drei Schlüsselthemen zu überzeugen, die im Mittelpunkt der Diskussionen auf diesem Gipfel stehen werden. Der Erfolg dieser Verhandlungen hängt nicht nur von den diplomatischen Bemühungen ab, sondern auch davon, wie effektiv die Behörden die Lage auf den Straßen kontrollieren können, wo Demonstranten Veränderungen fordern.