Das soziale Netzwerk Instagram bereitet sich auf weitreichende Änderungen in der Funktionsweise seines Empfehlungsfeds vor. Plattformchef Adam Mosseri kündigte eine Reihe von Tests neuer Tools an, die den Nutzern mehr Kontrolle darüber geben sollen, was sie sehen. Die Reaktion des Publikums fiel jedoch anders aus als von den Entwicklern erwartet.
Der Algorithmus rückt in den Vordergrund
Die Funktion „Dein Algorithmus', mit der gewünschte und unerwünschte Themen eingestellt werden können, existiert bereits seit letztem Jahr in der App. Bisher war sie jedoch tief in den Profieleinstellungen versteckt. Nun plant das Management von Meta, dieses Tool auf den Hauptbildschirm zu heben und es zu einem zentralen Bestandteil des Nutzererlebnisses zu machen.
Das Entwicklungsteam testet drei grundlegend verschiedene Methoden zur Interaktion mit dem Empfehlungssystem:
- Tiefes Wischen nach unten: Im normalen Feed wird diese Geste automatisch das Einstellungsmenü für „Deinen Algorithmus' aufrufen.
- Wischen nach oben in Reels: Beim Durchsehen kurzer Videos können Nutzer ein Fenster zur schnellen Themenwahl öffnen.
- Direkte Buttons unter Videos: Es wird die Möglichkeit entstehen, mit einem einzigen Klick direkt unter dem Clip dem System mitzuteilen, ob ähnlicher Inhalt in Zukunft interessant ist.
Einige dieser Funktionen sind bereits für einen begrenzten Kreis von Testern verfügbar, aber wie Mosseri warnte, könnten einige experimentelle Tools im endgültigen Update vollständig entfernt werden, wenn sie sich nicht bewähren.
Nutzer gegen „smarte' Funktionen
Trotz der Bemühungen von Meta, die Algorithmen zu verfeinern und neue Interface-Elemente hinzuzufügen, löste die Ankündigung eine Welle der Kritik aus. Der Beitrag von Adam Mosseri sammelte sofort Tausende von Kommentaren, in denen Nutzer ihre Enttäuschung zum Ausdruck brachten.
Der Hauptvorwurf der Nutzer reduziert sich auf die Müdigkeit von aufdringlichen Empfehlungen der künstlichen Intelligenz und unverständlichem Inhalt von Fremden. Anstatt komplexer Wischgesten und zusätzlicher Buttons stellen die Nutzer eine einfache Forderung: die chronologische Timeline zurückbringen.
Das Publikum besteht darauf, dass der Feed ausschließlich Beiträge der Personen anzeigen soll, denen sie folgen. Follower wollen Updates von echten Freunden sehen, ohne fremden Inhalt, den das System als „interessant' einstuft, der aber den Feed eigentlich nur verstopft.