Massive Stromausfälle stellen Mehrfamilienhäuser vor ernsthafte Herausforderungen und verwandeln eine alltägliche Fahrt in die oberen Stockwerke in eine ständige Gefahr. Rettungsdienste kommen physisch nicht hinterher, Tausende von Anrufen von im Dunkeln steckengebliebenen Bürgern zu beantworten, was Bewohner und Hausverwaltungen zwingt, nach autonomen technischen Lösungen zu suchen. Spezielle Batterien, Generatoren oder automatische Evakuierungssysteme können in dieser Situation helfen, aber ihre Implementierung ist mit vielen versteckten Nuancen und Kosten verbunden.

Optionen für technische Aufrüstung und Evakuierungssysteme

Wie Igor Tkatschenko, CEO der Unternehmensgruppe „Euroformat Lifts“, erklärte, ist die Installation von automatischen Evakuierungssystemen mit Notstromversorgung eine der grundlegenden Lösungen für Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) und Hausverwaltungen. Beim Ausfall der zentralen Stromversorgung sammelt ein solches Gerät Restenergie, bringt die Kabine sanft zum nächsten Stockwerk und öffnet die Türen für den sicheren Ausstieg der Passagiere. Die Installation solcher Systeme ist jedoch längst nicht an jedem Objekt möglich und hängt direkt vom technischen Zustand und Baujahr der Hebeanlagen ab.

Finanzielle Hürden und technische Einschränkungen

Trotz hoher Nachfrage und zahlreicher Anfragen bei den Callcentern der Unternehmen bleibt die tatsächliche Anzahl installierter Batterien und Wechselrichter aufgrund ihrer hohen Kosten gering. In vielen Fällen sind ältere Aufzugsmodelle mit veralteten Relais-Steuerungssystemen ausgestattet, und es ist technisch unmöglich, Batterien ohne einen vollständigen Austausch des Aufzugs-„Gehirns“ daran anzuschließen. Darüber hinaus können Spannungsspitzen bei der Wiederherstellung der Stromzufuhr empfindliche Elektronik beschädigen, weshalb zusätzlich leistungsstarke Stabilisatoren und Gleichrichter installiert werden müssen.

Staatliche Förderprogramme und die Realität der WEG-Budgets

Das bestehende staatliche Kompensationsprogramm, das bis zu 300.500 Griwna für die Energieunabhängigkeit von Hochhäusern bereitstellt, hilft in einer Krisensituation erheblich, kann jedoch nicht alle Kosten großer Wohnkomplexe decken. Für Hochhäuser mit vielen Eingängen und Aufzügen reicht dieser Betrag nur für die teilweise Umsetzung des Projekts, und das restliche Budget muss durch Beiträge der Bewohner selbst gedeckt werden, was vor dem Gerätekauf eine sorgfältige Prüfung erfordert.