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title: "Auktion für 779 Millionen Hrywnja: Was verbirgt sich hinter dem Verkauf des Odessaer Einkaufszentrums „Nowy Prywos“"
description: "Das legendäre Odessaer Einkaufszentrum „Nowy Prywos“ wird für 779 Millionen Hrywnja versteigert. 🏗️ Die Auktion findet 2026 statt, doch das Asset ist durch eine Hypothek der NBU und eine komplexe Mietstruktur belastet, die mit der Familie des ehemaligen Abgeordneten Klimow verbunden ist. Wir analysieren die Risiken und Details der Transaktion. 📉"
date: 2026-07-09T13:33:49.000Z
lang: de
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publisher: "XAB.info"
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# Auktion für 779 Millionen Hrywnja: Was verbirgt sich hinter dem Verkauf des Odessaer Einkaufszentrums „Nowy Prywos“

![Einkaufszentrum 'Nowy Privos' in Odessa — Auktionsobjekt für 779 Millionen UAH: Gebäudefassade mit Parkplatz und Schildern 'Schwarzes Meer' und 'Nowy Privos'](https://xab.info/media/2026/07/09/auktsion-tc-novyy-privoz-odessa-779-mln-griven/auktsion-tc-novyy-privoz-odessa-779-mln-griven-1.webp)

Eines der größten Einkaufszentren Odessas, bekannt als „Nowy Prywos“, wurde offiziell zum Verkauf ausgerufen. Der Immobilienkomplex an der Panteleimonowska-Straße wird Gegenstand von elektronischen Auktionen am 27. Juli 2026. Der Startpreis für das Asset liegt bei 779,4 Millionen Hrywnja ohne Mehrwertsteuer. Hinter den trockenen Zahlen der Auktionsdokumentation verbirgt sich jedoch ein komplexes Gewirr aus juristischen Belastungen, Schulden und einer langjährigen Geschichte der Insolvenz.

### Wirtschaft des Loses: Preis unter Marktniveau

Das Einkaufszentrum ist ein fünfstöckiges Objekt mit einer Gesamtfläche von mehr als 23.360 Quadratmetern. Pro Quadratmeter beläuft sich der Startpreis auf etwa 33.400 Hrywnja (rund 740 US-Dollar). Experten für gewerbliche Immobilien stellen fest, dass dieser Wert deutlich unter den durchschnittlichen Marktpreisen für Objekte im Zentrum Odessas liegt. Der Unterschied ergibt sich aus der Besonderheit der erzwungenen Veräußerung im Rahmen des Insolvenzverfahrens sowie dem Vorhandensein erheblicher juristischer Risiken für den zukünftigen Käufer.

Die Teilnahme an der Auktion erfordert bereits im Registrierungsstadium erhebliche finanzielle Investitionen. Die Kaution beträgt 10 % des Startpreises – 77,94 Millionen Hrywnja. Die Preisschrittweite während der Auktion beträgt 7,79 Millionen Hrywnja.

### Wer steckt hinter dem Insolventen

Rechtlicher Eigentümer des Einkaufszentrums ist die LLC „Ukrbudspetschtech“, gegen die das Handelsgericht der Oblast Odessa das Liquidationsverfahren eingeleitet hat. Das Unternehmen gehört zu einer Gruppe von Vermögenswerten, die von Leonid Klimow kontrolliert werden – einem ehemaligen Volksabgeordneten der Ukraine und Ex-Präsidenten des Fußballclubs „Schwarzes Meer“.

Die Situation mit der Verwaltung des Objekts erscheint verworren. Seit 2014 übt die Firma „Nowa-Chwyla“ die tatsächliche Verwaltung des Einkaufszentrums aus. Der aktuelle Mieter der Flächen ist die LLC „Geschäftsverwaltungsgruppe“. Die Begünstigten dieses Unternehmens sind die Tochter und der Schwiegersohn von Leonid Klimow. Somit bleibt der operative Kontrolle über das Asset auch unter den Bedingungen der Insolvenz des formellen Eigentümers in den Händen verbundener Strukturen.

### Hauptbelastung: Hypothek der NBU

Ein Schlüsselfaktor, der das Schicksal der Auktion beeinflusst, ist der Pfandstatus. Seit 2009 befindet sich der gesamte Immobilienkomplex des „Nowy Prywos“ in Hypothek. Pfandgläubiger ist die Nationalbank der Ukraine (NBU). Die Hypothek wurde zur Refinanzierung der PJSC „Imexbank“ aufgenommen, die später als zahlungsunfähig anerkannt und liquidiert wurde.

Dies bedeutet, dass die Mittel aus dem Verkauf des Einkaufszentrums nicht an den neuen Eigentümer fließen, sondern zur Tilgung der Schulden gegenüber dem Regulierer verwendet werden. Gemäß dem Gesetz beendet der Verkauf von Pfandvermögen im Rahmen der Liquidation das Hypothekenrecht Dritter, jedoch bleibt die Priorität der Schuldenbegleichung gegenüber der Bank bestehen.

### Risiken für den neuen Eigentümer: Mieter und Gerichte

Der Auktionsgewinner wird mit der Notwendigkeit konfrontiert sein, mit den bestehenden Mietern zusammenzuarbeiten. Langfristige Mietverträge, die vor der Einleitung des Insolvenzverfahrens geschlossen wurden, behalten ihre rechtliche Gültigkeit. Der neue Eigentümer wird automatisch Rechtsnachfolger und wird verpflichtet sein, entweder die Zusammenarbeit mit den aktuellen Verwaltungsgesellschaften im Rahmen der bestehenden Vereinbarungen fortzusetzen oder langwierige Gerichtsverfahren zur Auflösung dieser Verträge einzuleiten.

Der Kauf des „Nowy Prywos“ ist somit nicht nur der Erwerb von Immobilien, sondern der Eintritt in ein komplexes rechtliches Spiel, bei dem der Preis des Assets möglicherweise nur ein Teil der tatsächlichen Kosten für die Sanierung des Geschäfts darstellt.