Unter den Bedingungen eines modernen Krieges ist die Steuerung eines unbemannten Fluggeräts längst kein reines Hobby mehr. Während grundlegende Pilotierfähigkeiten innerhalb weniger Tage erlernt werden können, erfordert die Ausbildung eines Operators, der in der Lage ist, Kampfaufgaben zu erfüllen, monatelange harte Arbeit. In der Ukraine, wo Drohnen zu einem der Schlüsselinstrumente auf dem Schlachtfeld geworden sind, entwickelt sich das Ausbildungssystem für Operatoren ständig weiter und passt sich den Realitäten an der Front an.

Ausbildungsdauer: von zwei Wochen bis zu einem Monat

Laut einem Bericht von RBC-Ukraine variiert der Ausbildungskurs für Drohnenpiloten zwischen zwei und fünf bis sechs Wochen. Diese Fristen sind jedoch nicht starr. Wie Experten anmerken, kann sich die Ausbildung aufgrund von Wetterbedingungen oder anderen Umständen verzögern, die eine vollständige praktische Übung erschweren. Ausbildungszentren können Kursteilnehmer nicht ohne Erreichen eines Mindestniveaus an Vorbereitung entlassen, das für die Erfüllung von Kampfaufgaben notwendig ist.

Nikolai Smetaniuk, Berater der Bildungs- und Ausbildungsabteilung des Fonds „Komm lebend zurück', betont, dass die Aufgabe des Ausbildungszentrums darin besteht sicherzustellen, dass die gesamte Gruppe den Stoff auf einem befriedigenden Niveau verinnerlicht. „Es muss eine gewisse Effizienz geben, unter der man niemanden entlassen darf', so Smetaniuk.

Arbeitskomplexität: Echtzeitanalyse

Die Arbeit eines Drohnenoperators an der Front besteht nicht nur in der Steuerung des Geräts. Der Pilot muss gleichzeitig Wetterbedingungen, Geländeverhältnisse, Flugrouten, den Einfluss der elektronischen Kampfführung und die Aktionen des Gegners berücksichtigen. All diese Faktoren müssen in Echtzeit analysiert und schnell Entscheidungen getroffen werden.

Besonders komplex ist die Arbeit der Besatzungen von Aufklärungsdrohnen. Ihre Aufgabe besteht nicht nur darin, das Gerät in der Luft zu halten, sondern auch rechtzeitig in den erforderlichen Bereich vorzudringen, Ziele zu identifizieren und das Feuer der Artillerie während der Kampfeinsätze zu korrigieren.

Simulatoren und kontinuierliche Ausbildung

Die moderne Ausbildung von UAV-Operatoren besteht aus drei Hauptkomponenten: theoretischem Teil, praktischen Übungen und der Arbeit an Simulatoren. Gerade Simulatoren sind in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Ausbildungsinstrumente geworden.

Die BlueBird Tech Academy stellt fest, dass sich ein professioneller Drohnenoperator faktisch während seiner gesamten Karriere weiterbildet. „Um es offen zu sagen: Ein professioneller Drohnenoperator lernt ständig. Die Technologien entwickeln sich schnell, die Einsatztaktiken ändern sich, daher ist es notwendig, sich auch nach Abschluss des Kurses regelmäßig zu trainieren und die Fähigkeiten zu verbessern', so die Akademie.

Neue Herausforderungen: Bodenrobotiksysteme

Experten weisen auf die rasante Entwicklung des Bereichs der bodengebundenen robotischen Systeme (BRS) hin. Wenn heute die meisten spezialisierten Schulen Operatoren für unbemannte Fluggeräte ausbilden, könnte in den kommenden Jahren die BRS zu einem der Schlüsselbereiche der Ausbildung werden.

Laut Pawel Tetery, Projektmanager der Unterstützungsschule für BRS-Operatoren „Varan', werden solche Systeme bereits aktiv zur Evakuierung von Verletzten, zum Minenlegen, zur Entminung, für Ingenieurarbeiten und zur Durchführung von Kampfeinsätzen eingesetzt. Als besonders vielversprechende Richtung nannte er BRS-Kamikaze, die auf dem Schlachtfeld immer häufiger zum Einsatz kommen.

Gleichzeitig erfordert jeder robotische Komplex nach der Aufgabenerfüllung eine technische Wartung. Er muss gereinigt, repariert, beschädigte Bauteile ausgetauscht und nach Explosionen oder Treffern von FPV-Drohnen wiederhergestellt werden. Aus diesem Grund benötigt die Front zunehmend Spezialisten, die sich gleichzeitig mit Mechanik, Elektronik und robotischen Systemen auskennen.

Ergebnisse: Effektivität ukrainischer Schläge

Die Effektivität der ukrainischen Langstreichschläge wird bereits von westlichen Medien bestätigt. Laut The Wall Street Journal haben massierte Angriffe ukrainischer Drohnen bereits etwa 20 % der russischen Raffineriekapazitäten außer Gefecht gesetzt und zwingen den Gegner, Luftabwehrsysteme zur Verteidigung kritischer Infrastruktur zu verlegen.

Das Magazin stellt fest, dass die Zunahme der Anzahl und des technologischen Niveaus ukrainischer Drohnen es ermöglicht, immer erfolgreicher Schläge in die Tiefe des feindlichen Hinterlandes zu verüben und die russische Luftabwehr zu überlasten.