Der Militärbeobachter Sergei Auslender erklärte in einem Interview mit RBC-Ukraine in der Sendung „Nicht unterbrechen!“ mit Wladimir Kurennoi, dass ein direkter militärischer Zusammenstoß zwischen Israel und Iran seiner Einschätzung nach bereits unvermeidlich sei und dessen Entfaltung unmittelbar nach Abschluss des Wahlzyklus in den Vereinigten Staaten stattfinden könnte. Der Beobachter verknüpfte diese Prognose mit der persönlichen Strategie des amtierenden israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu, der die Konfrontation mit Teheran seiner Ansicht nach als die zentrale Aufgabe seiner politischen Biografie betrachtet.

Prognose: Zusammenstoß mit Teheran ist „unvermeidlich“

Mit Blick auf die Sicherheitslage im Nahen Osten vor dem Hintergrund innerpolitischer Prozesse in Israel zeigte sich Auslender überzeugt, dass eine diplomatische oder abschreckende Lösung der Widersprüche mit Iran erschöpft ist. „Der Krieg mit Iran ist meiner Ansicht nach unvermeidlich, und er wird stattfinden“, erklärte er. Seiner Einschätzung nach handele es sich dabei nicht um ein hypothetisches Szenario, sondern um einen Prozess, der bereits an Dynamik gewinne und, wie er betonte, nicht mehr umzukehren sei.

US-Wahlzyklus als Auslöser

Der Beobachter knüpfte den Zeitrahmen einer möglichen Eskalation an den politischen Kalender der Vereinigten Staaten. Seiner Einschätzung nach werde die Aktivierung des militärischen Prozesses unmittelbar nach dem Ende des US-Wahlzyklus erfolgen. Seiner Logik nach wird folglich gerade der Abschluss der amerikanischen Wahlen das Zeitfenster bilden, in dem seiner Meinung nach interne Beschränkungen für Handlungen gegenüber Teheran aufgehoben werden könnten.

Strategisches Ziel: „Das iranische Regime stürzen“

Nach Auslenders Einschätzung ist die Konfrontation mit Iran für Netanjahu keine taktische, sondern eine strategische Aufgabe, deren Lösung seiner Ansicht nach ein breites Spektrum an Sicherheitsrisiken für Israel beseitigen kann. „Netanjahu betrachtet es derzeit als seine Hauptaufgabe, Iran zu erledigen. Eben das iranische Regime zu stürzen, was eine Fülle von Sicherheitsproblemen lösen wird“, betonte der Beobachter. Er interpretiert dies als den Versuch, keinen vorübergehenden Waffenstillstand, sondern eine langfristige Veränderung des Mächtegleichgewichts im Nahen Osten herbeizuführen.

Persönliches Motiv: Mit 77 Jahren in die Geschichte eingehen

Ein wichtiger Motivator für die Handlungen des Premierministers ist nach Auslenders Ansicht sein Alter und sein politischer Status. Mit 77 Jahren befinde sich Netanjahu auf der „Zielgeraden“ seiner politischen Biografie, und die aktuelle Amtszeit sei de facto seine letzte. „Er ist eigentlich schon ziemlich alt. 77 Jahre sind de facto seine letzte Amtszeit. Deshalb möchte er in seiner letzten Amtszeit als Sieger über Iran in die Geschichte eingehen“, resümierte der Beobachter und brachte das Streben nach einer großen militärischen Lösung mit dem Wunsch in Verbindung, seinen Namen in der Geschichte zu verankern.

Somit stellt der Krieg mit Iran in der Darstellung von Sergei Auslender gleichzeitig eine geopolitische Prognose und eine Erklärung für die Motive des amtierenden israelischen Führers dar: Netanjahu sehe in der Zerschlagung der iranischen Bedrohung sowohl die Erfüllung nationaler Sicherheitsaufgaben als auch die Endphase seiner politischen Karriere. Es wird darauf hingewiesen, dass diese Einschätzungen die Expertenmeinung des Beobachters darstellen und nicht durch offizielle Erklärungen der Parteien bestätigt sind.