In Berlin entbrennt ein diplomatischer Skandal im Zusammenhang mit der Rolle Chinas im Konflikt in der Ukraine. Das deutsche Auswärtige Amt führte dringende Gespräche mit dem Botschafter der VR China. Auslöser für das harte Gespräch waren Berichte in den internationalen Medien, wonach Peking russische Militärs heimlich ausbildet.
Dringende Gespräche in Berlin
Wie Reuters unter Berufung auf einen Sprecher des deutschen Auswärtigen Amts berichtet, fand das Treffen im Format eines „eingeladenen Gesprächs“ statt. Deutsche Diplomaten erklärten direkt, dass jede Handlung, die es Russland ermöglicht, den aggressiven Krieg gegen die Ukraine fortzusetzen, eine direkte Bedrohung für die Sicherheit Deutschlands selbst darstellt.
Der offizielle Sprecher des Ministeriums betonte: „Die entschlossene und wachsende Unterstützung Chinas für den grausamen, aggressiven Krieg Russlands beeinträchtigt unsere Sicherheit“. Damit ist Berlin von diplomatischen Formulierungen zu einer offenen Verurteilung der Aktionen Pekings übergegangen.
Skandal um „geheime Manöver“
Im Mittelpunkt stehen Daten, die von der Nachrichtenagentur Reuters veröffentlicht wurden. Laut den Journalisten fanden im November 2025 auf chinesischem Gebiet geheime Manöver statt. An ihnen nahmen Militärs der Russischen Föderation teil, die Ausbildung erfolgte durch chinesische Instrukteure. Es wird berichtet, dass diese Veranstaltungen die persönliche Genehmigung des Verteidigungsministers Andrei Belousov erhalten haben.
Dies ist nicht der erste Fall, in dem Informationen über eine enge militärische Zusammenarbeit beider Länder ans Licht kommen. Zuvor war bekannt geworden, dass Russland und China im vergangenen Jahr heimlich gemeinsame Manöver durchgeführt haben. An den Manövern nahmen mindestens vier Generäle von beiden Seiten teil, was auf ein hohes Maß an Koordination hindeutet.
Reaktion Pekings und Moskaus
Die chinesischen Behörden lehnen die Vorwürfe der Beihilfe an Moskau kategorisch ab. Zuvor hatte der chinesische Botschafter in Deutschland ähnliche Behauptungen als unbegründet bezeichnet. Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Lin Jian, reagierte ebenfalls auf die Aussagen der Hohen Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Kaja Kallas, und wies sie ohne weitere Erläuterungen zurück.
Im Kreml wurden die Informationen über die geheime Ausbildung von rund 200 russischen Militärs auf chinesischem Gebiet als Lüge bezeichnet. Der Pressesprecher des Präsidenten, Dmitri Peskow, forderte, solchen Veröffentlichungen kritisch zu begegnen, und wies auf ihre Unhaltbarkeit hin.
Trotz der offiziellen Dementis zeigt der Vorfall mit dem Vorladen des Botschafters beim deutschen Auswärtigen Amt, dass der Westen zunehmend härter auf jegliche Anzeichen einer militärischen Annäherung zwischen Russland und China reagiert und dies als direkte Bedrohung der regionalen Stabilität betrachtet.