Am 27. August kam es in Sankt Petersburg zu einer Autodetonation, bei der nach vorläufigen Angaben ein improvisiertes Sprengmittel zur Explosion gebracht wurde. Am Folgetag, dem 28. August, nannten russische und ukrainische Medien — „Agentstwo“, „78.ru“, „Fontanka“ und der Telegram-Kanal „Supernova+“ (in einigen Veröffentlichungen als „Exilenova+“ bezeichnet) — unter Berufung auf eigene Quellen den Namen des Getöteten: Demnach handelte es sich um den 43-jährigen russischen Luftwaffensoldaten Sergei Sotschkow, gebürtig aus Rjasan, der zuvor in die Datenbank „Myrotwyz“ aufgenommen worden war.
Identität des Getöteten und Bezug zur Datenbank „Myrotwyz“
Laut dem Telegram-Kanal „Supernova+“ wurde bei der Explosion vermutlich Major Sergei Sotschkow getötet, der in der Datenbank „Myrotwyz“ verzeichnet ist. Gemäß der Projektseite diente er im 332. separaten Garde-Hubschrauberregiment, das zur 6. Armee der Luftwaffe und Luftverteidigung gehört. Aus Leaks, auf die sich die Medien berufen, geht hervor, dass Sotschkow in einem Haus an der Kolpinski-Schossse etwa 100 Meter vom Explosionsort entfernt wohnte. Die Zeitung „78.ru“ merkt an, dass der Getötete zuvor Vorgesetzten, die auf „Liquidationslisten“ standen, berichtet hatte und sein Fahrzeug vor jeder Fahrt regelmäßig kontrollierte.
Bestätigung durch Familie und Umfeld
Den Tod seines Sohnes bestätigte dessen Vater gegenüber „Agentstwo“ und antwortete auf die Frage nach der Ursache kurz: „Sie haben ihn in die Luft gesprengt.“ Am Freitagvormittag gelang es dem Medium nicht, Sotschkow selbst, seine Frau oder andere Angehörige zu erreichen. Die Tötung des russischen Luftwaffenmilitärs in Sankt Petersburg wird, wie „Exilenova+“ anmerkt, auch von Ressourcen bestätigt, die mit der russischen Militäraviation in Verbindung stehen.
Wie der Sprengsatz laut Medien gelegt wurde
Laut „Fontanka“ soll den Sprengsatz eine 24-jährige Frau gelegt haben, die angeblich über einen Messenger angeworben worden sei. Diese Details sind bislang von unabhängigen Quellen nicht bestätigt und basieren auf Angaben eines einzigen Mediums, weshalb sie mit Vorsicht zu interpretieren sind.
Widersprüchliche Angaben
In den Veröffentlichungen zum Fall gibt es einige Unstimmigkeiten. Erstens widersprechen sich die Angaben zum Rang des Getöteten: „Fontanka“ schreibt, er habe im Rang eines Oberstleutnants in den Luftwaffen- und Luftverteidigungstruppen gedient, während auf der Seite von „Myrotwyz“ Sotschkow als Major im 332. separaten Garde-Hubschrauberregiment geführt wird — also in einem niedrigeren Rang. Zweitens erscheint der Name des Telegram-Kanals, der über die Tötung berichtete, im Text der Quellen in zwei Varianten — „Supernova+“ und „Exilenova+“ — was eine eindeutige Zuschreibung der Primärquelle erschwert. Drittens stützt sich die Version der 24-jährigen Sprengsatzlegerin auf ein einziges Medium und wird von anderen Medien nicht gestützt.
Kontext: Serie von Auto-Explosionsvorfällen
Der Vorfall in Petersburg ist kein Einzelfall. Anfang August 2026 wurde unterhalb von Jekaterinburg das Auto eines russischen Militär-Bloggers in die Luft gesprengt, wobei sein Fahrer getötet wurde. Vor diesem Hintergrund wird die Explosion in Sankt Petersburg als Fortsetzung einer Serie von Angriffen auf Vertreter der militärischen und militärnahen Szene wahrgenommen, was die Aufmerksamkeit für die Sicherheitsfrage und dafür schärft, wie genau derartige Aktionen organisiert werden.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung am 28. August 2026 werden in den vorliegenden Quellen keine offiziellen Bestätigungen seitens der russischen Behörden zu den Einzelheiten der Identität des Getöteten und den Umständen der Explosion zitiert; alle Angaben zum Rang, Wohnort und zur Anlage des Sprengsatzes basieren auf Aussagen von Medien und Telegram-Kanälen und können sich im Laufe der Entwicklung ändern.