Das britische Rüstungsunternehmen BAE Systems hat offiziell den Start der lizenzierten Produktion von 105-mm-Haubitzen L119 direkt auf dem Territorium der Ukraine angekündigt. Diese Entscheidung ist das Ergebnis eines Vertrags mit einem ukrainischen Partner, der namentlich nicht genannt wird. Das Abkommen sieht die Übertragung technischer Unterlagen und eine vollständige Begleitung des Prozesses durch britische Ingenieure vor.

Schaffung industrieller Widerstandsfähigkeit

In der Pressemitteilung des Unternehmens wird betont, dass die Unterstützung der Ukraine über die bloße Lieferung von Waffen hinausgeht. Es geht um die Schaffung industrieller Widerstandsfähigkeit und die Weitergabe von Fähigkeiten, die für die Sicherung langfristiger Verteidigungsfähigkeiten notwendig sind. Das erste Exemplar der Kanone soll in naher Zukunft hergestellt werden, woraufhin die Testphase beginnt.

Technische Vorteile der L119

Die ukrainische Armee wird eine modifizierte Version der Haubitze erhalten, die speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten wurde. Der 105-mm-Lauf zeichnet sich durch Leichtigkeit und hohe Mobilität aus, was ihn zu einem idealen Instrument für die Unterstützung auf Brigadenebene macht. Im Vergleich zu veralteten sowjetischen D-30-Systemen, deren Läufe ihre Lebensdauer überschritten haben, zeigt die britische Technik eine deutlich höhere Effizienz.

Zu den wichtigsten Merkmalen der neuen Artillerie gehören:

  • Möglichkeit des Transports auf Standard-Pickups.
  • Kompatibilität mit Helikopter-Schleppvorrichtungen für schnelle Verlegung.
  • Hohe Effizienz gegen Infanterie, leichte Panzerfahrzeuge und Feldbefestigungen.

Pläne für die Zukunft

Die Zusammenarbeit zwischen BAE Systems und den ukrainischen Streitkräften trägt bereits Früchte: Zuvor erhielt die Ukraine die ersten vier Artillerieläufe mit Kalibern von 105 und 155 mm zur Erprobung. London erwägt die Produktion von bis zu 150 Läufen für die Bedürfnisse der ukrainischen Armee. Parallel zur Entwicklung von Artilleriesystemen hat Präsident Wolodymyr Selenskyj die erfolgreiche Entwicklung eines eigenen ballistischen Programms bestätigt, dessen Details weiterhin geheim bleiben.