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title: "Ein Bakterium aus dem Darm der japanischen Laubfrosch vernichtete Dickdarmkrebs bei Mäusen mit einer einzigen Injektion"
description: "Japanische Wissenschaftler haben ein Bakterium im Darm eines Laubfrosches entdeckt, das Dickdarmkrebs bei Mäusen mit einer einzigen Injektion vollständig vernichtet hat. 🐸💉 Der Stamm Ewingella americana zeigte eine 100%ige Wirksamkeit, indem er eine starke Immunantwort auslöste und sich innerhalb des Tumors vermehrte. 🔬🧬"
date: 2026-07-16T00:45:08.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/bakterium-aus-dem-darm-des-japanischen-laubfrosches-vernichtete-dickdarmkrebs-bei-mausen
tags: [jaist, ewingella-americana, colorectal-cancer, dryophytes-japonicus, microbiome]
publisher: "XAB.info"
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# Ein Bakterium aus dem Darm der japanischen Laubfrosch vernichtete Dickdarmkrebs bei Mäusen mit einer einzigen Injektion

![Japanische Baumkröte auf Rinde — Quelle der Bakterie, die Darmkrebs bei Mäusen vernichtete](https://xab.info/media/2026/07/16/bakteriya-iz-kishechnika-kvashki-unichtozhila-rak-tolstoy-kishki-u-myшей/bakteriya-iz-kishechnika-kvashki-unichtozhila-rak-tolstoy-kishki-u-myшей-1.webp)

Wissenschaftler aus Japan haben einen Durchbruch in der Onkologie erzielt, indem sie entdeckten, dass ein Bakterium, das im Darm des japanischen Laubfrosches lebt, in der Lage ist, Dickdarmtumore bei Mäusen mit nur einer intravenösen Injektion vollständig zu vernichten. Die Studie, die von einer Gruppe unter der Leitung von Professor Eijiro Miyako vom Japanischen Institut für fortschrittliche Wissenschaft und Technologie (JAIST) durchgeführt wurde, wurde in der Zeitschrift *Gut Microbes* veröffentlicht.

### Ein unerwarteter Ursprung für das Medikament

Grundlage der Entdeckung ist der Bakterienstamm *Ewingella americana*. Die Wahl der Spender für die Studie wurde durch eine einzigartige biologische Eigenschaft von Amphibien und Reptilien diktiert: Diese Tiere leiden extrem selten an spontanen Tumoren, trotz eines Lebens in einer Umgebung, die reich an Krankheitserregern ist, und des starken zellulären Stresses, dem sie ausgesetzt sind. Die Wissenschaftler vermuteten, dass ihre Darmmikrobiota potente antikanzerogene Eigenschaften verbergen könnte.

Das Team sammelte 45 Bakterienstämme von japanischen Laubfröschen, Feuersalamandern und Grasleguanen. Nach der Auswahl der neun vielversprechendsten Kandidaten zeigte genau *E. americana* phänomenale Ergebnisse.

### 100% Wirksamkeit gegen Krebs

In Experimenten mit einem Modell für Dickdarmkrebs führte eine Dosis des Bakteriums zum vollständigen Verschwinden der Tumore bei allen Tieren. Zum Vergleich zeigten Standardtherapien, einschließlich Immun-Checkpoint-Inhibitoren (Antikörper gegen PD-L1) und das Chemotherapeutikum liposomales Doxorubicin, selbst bei vierfacher Verabreichung eine deutlich geringere Wirksamkeit.

Die Ergebnisse waren dramatisch: Alle Mäuse, die das Bakterium erhielten, überlebten bis zum Ende des Beobachtungszeitraums, während die gesamte Kontrollgruppe innerhalb eines Monats verstarb. Darüber hinaus entwickelte sich bei den überlebenden Tieren nach erneuter Verabreichung von Krebszellen kein Tumor, was auf die Bildung einer dauerhaften antikanzerogenen Immunität hindeutet.

### Doppelter Angriffsmechanismus

Die Wissenschaftler stellten fest, dass das Bakterium auf zwei Wegen gleichzeitig wirkt. Erstens ist es als fakultativer Anaerobier in der Lage, sowohl in Anwesenheit von Sauerstoff als auch ohne diesen zu wachsen. Dies ermöglicht ihm, sich leicht in sauerstoffarmen Tumorregionen zu vermehren. Innerhalb von 24 Stunden nach der Verabreichung vergrößerte sich die Bakterienpopulation innerhalb des Tumors um das etwa 3000-fache und beschädigte die Krebszellen direkt.

Zweitens löst die Anwesenheit des Bakteriums eine starke Immunantwort aus. Es lockt T-Zellen, B-Zellen und Neutrophile in den Tumor, die entzündliche Signalmoleküle wie TNF-α und IFN-γ freisetzen. Dies verstärkt die Immunreaktion und beschleunigt den Tod der Krebszellen.

### Sicherheit und Selektivität

Eine der Schlüsselerkenntnisse war die hohe Selektivität des Bakteriums. *E. americana* sammelte sich fast ausschließlich im Tumor an und besiedelte keine gesunden Organe. Dies lässt sich durch die Eigenschaften des Tumorgewebes erklären: Die Blutgefäße des Tumors sind ungewöhnlich durchlässig, was das Eindringen der Bakterien aus dem Blutkreislauf in das Neoplasma erleichtert.

Die Sicherheit der Methode wurde separat überprüft. Die Bakterien wurden schnell aus dem Blutkreislauf ausgeschieden (Halbwertszeit von etwa 1,2 Stunden) und waren nach 24 Stunden im Organismus nicht mehr nachweisbar. In Leber, Milz, Lunge, Nieren und Herz wurden sie überhaupt nicht gefunden. Die beobachtete leichte, vorübergehende Entzündung verschwand innerhalb von 72 Stunden, und während der 60-tägigen Beobachtung wurden keine Anzeichen einer chronischen Toxizität festgestellt.

### Pläne für die Zukunft

Die Forscher betonen, dass alle Ergebnisse bisher nur an Mäusen erzielt wurden und als frühe Bestätigung des Konzepts dienen. Die weitere Arbeit des Teams konzentriert sich auf die Überprüfung des Ansatzes bei anderen Arten von soliden Tumoren, einschließlich Brustkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs und Melanom. Geplant ist auch die Untersuchung einer Dosisaufteilung, die direkte Verabreichung des Bakteriums in den Tumor sowie die Kombination dieser Methode mit bestehender Chemo- und Immuntherapie.