In Kalifornien wurde offiziell der Einsatz kleiner steckerfertiger Solaranlagen auf Balkonen, Terrassen und in Wohnhöfen genehmigt. Diese Maßnahme soll den Ansatz zur Ökostromerzeugung für Millionen von Stadtbewohnern in Mehrfamilienhäusern und Mietwohnungen grundlegend verändern. Bisher war die Installation von Solarmodulen ausschließlich Eigenheimbesitzern mit geeigneten Dächern vorbehalten, doch neue legislative Initiativen öffnen den Markt für Mikrogenerierung für breite Bevölkerungsschichten.
Das neue Gesetz SB 868 und seine Kernparameter
Gouverneur Gavin Newsom unterzeichnete am 30. September das Gesetz SB 868, das Anlagen mit einer Leistung von bis zu 1.200 Watt Wechselstrom pro Haushalt abdeckt. Solche kompakten Einheiten werden direkt an eine herkömmliche 120-V-Haushaltssteckdose angeschlossen und erzeugen Strom für Haushaltsgeräte, wodurch der Strombezug aus dem zentralen Versorgungsnetz spürbar sinkt. Die Gesetzgebung schreibt ausdrücklich vor, dass alle verwendeten Geräte strengen Elektrotechnormen entsprechen, offiziell zertifiziert sein und über einen zuverlässigen Schutz zur Vermeidung von Netzeinspeisung bei Stromausfällen verfügen müssen.
Vereinfachtes Anschlussverfahren und neue Regeln
Die wichtigste und von Verbrauchern lang ersehnte Änderung ist die radikale Liberalisierung des Anschlussverfahrens. Große Energieversorger dürfen für konforme Systeme keine umständlichen Vorabgenehmigungen, komplexen Netzanschlussverträge oder zusätzlichen Verwaltungsgebühren mehr verlangen. Stattdessen reicht es für den Eigentümer aus, eine einfache Online-Meldung mit Adresse, Hersteller, Modell und Gesamtleistung der Anlage einzureichen. Diese befristigten Erleichterungen und vereinfachten Regeln gelten im Bundesstaat bis zum 1. Januar 2030 und schaffen günstige Bedingungen für Mieter und Wohnungseigentümer.
Umfassende Modernisierung des staatlichen Stromnetzes
Zusätzlich zum Gesetz über Balkonsolaranlagen unterzeichnete der Gouverneur zwei weitere wichtige Gesetze zur Effizienzsteigerung der bestehenden Energieinfrastruktur. SB 913 soll die Bilanzierung virtueller Kraftwerke, die Heimstromspeicher, Elektrofahrzeuge, intelligente Thermostate und andere verteilte Ressourcen bündeln, erheblich vereinfachen. Gleichzeitig verpflichtet SB 905 große regionale Energieversorger zur Offenlegung der lokalen Netzauslastung und freien Kapazitäten sowie zur Prüfung, ob moderne Batteriespeicher und Lastverschiebung teure physische Netzausbauten ersetzen können.