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title: "Baltische Staaten bitten gemeinsam die EU um Finanzierung zur Bekämpfung von Drohnen"
description: "Litauen, Lettland und Estland haben sich gemeinsam an die EU-Kommission gewandt, um zusätzliche Finanzierung für die Entwicklung von Drohnenabwehrmitteln zu erhalten, und prüfen gemeinsame Beschaffungen mit Präferenz für die europäische Verteidigungsindustrie."
date: 2026-09-23T17:38:00.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/baltische-staaten-bitten-eu-um-finanzierung-zur-drohnenbekaempfung
tags: [baltic-states, counter-drone, eu-defense, nato, ukraine-war]
publisher: "XAB.info"
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# Baltische Staaten bitten gemeinsam die EU um Finanzierung zur Bekämpfung von Drohnen

![Unbemanntes Luftfahrzeug im Flug vor blauem Himmel – die Bedrohung, gegen die die baltischen Staaten EU-Förderung beantragen](https://xab.info/media/2026/09/23/baltiyskie-strany-prosyat-es-na-borbu-s-dronami/baltiyskie-strany-prosyat-es-na-borbu-s-dronami-1.webp)

## 🎯 Key Points

- Litauen, Lettland und Estland haben sich gemeinsam an die EU-Kommission gewandt, um zusätzliche Finanzierung zur Bekämpfung von Drohnen zu erhalten.
- Die Staaten prüfen gemeinsame Beschaffungen von Technik mit Präferenz für die europäische Verteidigungsindustrie.
- Die Anfrage steht im Zusammenhang mit dem Eindringen ukrainischer Drohnen großer Reichweite in den Luftraum der baltischen Staaten.
- Die Höhe der Anfrage wurde vom litauischen Verteidigungsminister nicht bestätigt; das finnische Medium Iltalehti nennt 500 Millionen Euro.

Litauen, Lettland und Estland haben sich gemeinsam an die Europäische Kommission gewandt und um zusätzliche Finanzierung für die Entwicklung von Fähigkeiten zur Bekämpfung von Drohnen gebeten. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Verweis auf eine Erklärung des litauischen Verteidigungsministers Robertas Kaunas gegenüber der Agentur Reuters. Demnach beabsichtigen die drei baltischen Staaten, ihre Mittel zur Drohnenabwehr zu stärken, und prüfen die Möglichkeit gemeinsamer Beschaffungen der erforderlichen Ausrüstung.

### Gemeinsame Anfrage an die EU-Kommission

Die Initiative der drei baltischen Staaten wurde in Form einer gemeinsamen Anfrage an die EU-Kommission eingereicht, was den Versuch unterstreicht, eine koordinierte regionale Antwort auf die wachsende Bedrohung durch unbemannte Systeme zu entwickeln. Kaunas betonte, dass das Ziel der Anfrage die Stärkung der nationalen Fähigkeiten zur Drohnenabwehr sei; zu deren Umsetzung werde ein Mechanismus gemeinsamer Beschaffungen von Technik geprüft, was die Belastung einzelner Budgets verringern und die Effizienz der Mittelverwendung erhöhen solle.

### Kontext: Drohnen über der Ostsee

Die Anfrage steht in direktem Zusammenhang mit den Bedenken hinsichtlich unbemannter Fluggeräte, die im Zuge des Krieges Russlands gegen die Ukraine regelmäßig in den Luftraum des baltischen Raums eindringen. In letzter Zeit hat die Ukraine den Einsatz von Drohnen mit großer Reichweite für Angriffe auf Ziele auf russischem Gebiet verstärkt, und einzelne Geräte drangen bei solchen Operationen in den Luftraum der baltischen Staaten ein. Dies verstärkt nach Einschätzung der lokalen Behörden die Besorgnis, dass die Folgen des Konflikts über die Ukraine hinausreichen könnten.

### Priorität der europäischen Verteidigungsindustrie

Die baltischen Staaten prüfen die gemeinsame Beschaffung von Technik zur Bekämpfung von Drohnen; dabei soll, wie Kaunas erklärte, die Präferenz der europäischen Verteidigungsindustrie gelten. „Wir prüfen die Möglichkeit eines gemeinsamen Erwerbs dieser Technik, wobei wir der europäischen Verteidigungsindustrie den Vorzug geben“, so der Minister. Nach seinen Worten soll dieser Ansatz gleichzeitig die Widerstandsfähigkeit Litauens, Lettlands und Estlands erhöhen und zur Entwicklung des Verteidigungssektors Europas insgesamt beitragen.

### Widersprüchliche Angaben

Die Höhe der beantragten Finanzierung stimmt in den Aussagen der Beteiligten nicht überein. Kaunas selbst nannte in seinem Kommentar keinen genauen Betrag, um den die baltischen Staaten die EU bitten. Das finnische Medium Iltalehti berichtete zwar von 500 Millionen Euro, diese Zahl wurde jedoch vom litauischen Minister nicht bestätigt. Gleichzeitig weist die Schlagzeile des RBC-Ukraine-Artikels (rbc.ua) direkt darauf hin, dass die baltischen Staaten „eine halbe Milliarde Euro“ von der EU zur Bekämpfung von Drohnen erbitten. Damit ist die Tatsache der gemeinsamen Anfrage bestätigt, während der konkrete Betrag offiziell nicht bestätigt bleibt und je nach Quelle variiert.

### Breiterer Eskalationskontext

Die Initiative fügt sich in einen allgemeineren Hintergrund ein: In den Staaten des östlichen Flügels der NATO werden mögliche Eskalationsszenarien seitens Russlands immer häufiger diskutiert. Die NATO erklärte ihre Bereitschaft, auf jegliche Provokationen und Angriffe Russlands zu reagieren, und ein General des Bündnisses unterstrich die Bereitschaft, einer potenziellen Eskalation am östlichen Flügel Europas entgegenzuwirken. Litauen berichtete seinerseits über den Erhalt von Geheimnisinformationen über eine mögliche Vorbereitung von Operationen Russlands „unter fremder Flagge“, die nach Einschätzung der lokalen Behörden darauf abzielen könnten, die Reaktionsbereitschaft der NATO zu testen. Auch der Präsident Lettlands, Edgars Rinkēvičs, wies auf die Risiken für die Bündnisstaaten hin und erklärte, dass der Start von bereits wenigen russischen Raketen auf NATO-Gebiet eine ernste Prüfung für viele Staaten darstellen könnte. Die Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, charakterisierte ihrerseits die Drohnenvorfälle in den baltischen Staaten als eine bewusste Strategie Russlands.

## 🔍 Fact-Check Verification

- [Baltische Staaten erbitten eine halbe Milliarde Euro von der EU zur Bekämpfung von Drohnen](https://www.rbc.ua/ukr/news/krayini-baltiyi-prosyat-piv-milyarda-evro-1790184947.html) - Подтверждает факт совместного обращения и называет сумму «полмиллиарда евро», однако эта цифра не подтверждена министром обороны Литвы в его комментарии Reuters.
- [Selenskyj nennt „drone deal“ Lösung des Problems mit Drohnen der ukrainischen Streitkräfte über der Ostsee](https://www.rbc.ru/politics/09/06/2026/6a283a069a79472e332f7ac9) - Смежная тема (позиция Зеленского по «drone deal», 09.06.2026); не использована как основа фактов, требует отдельной проверки при упоминании.
- [Ursula von der Leyen: Drohnenvorfälle in den baltischen Staaten – bewusste Strategie Russlands](https://rus.delfi.ee/statja/120586593/ursula-fon-der-lyayen-incidenty-s-dronami-v-stranah-baltii-prednamerennaya-strategiya-rf) - Дополнительный контекст: позиция главы Еврокомиссии по инцидентам с дронами в Балтии как преднамеренной стратегии РФ.
- [Präsidentin der EU-Kommission: Drohnenvorfälle in den baltischen Staaten – bewusste Strategie Russlands](https://rus.delfi.lv/57860/latvia/120120107/glava-evrokomissii-incidenty-s-dronami-v-stranah-baltii-prednamerennaya-strategiya-rossii) - Дублирует контекст позиции Еврокомиссии по инцидентам с дронами в странах Балтии.

## ❓ FAQ

### Q: Was genau erbitten die baltischen Staaten von der EU-Kommission?
**A:** Litauen, Lettland und Estland haben sich gemeinsam an die EU-Kommission gewandt, um zusätzliche Finanzierung für die Entwicklung von Fähigkeiten zur Drohnenabwehr zu erhalten, und prüfen gemeinsame Beschaffungen der entsprechenden Technik.

### Q: Welcher Betrag wird beantragt?
**A:** Der litauische Verteidigungsminister Robertas Kaunas nannte keinen genauen Betrag. Das finnische Medium Iltalehti berichtet von 500 Millionen Euro, diese Zahl wurde jedoch vom litauischen Minister nicht bestätigt; auch die Schlagzeile von rbc.ua verweist auf „eine halbe Milliarde Euro“.

### Q: Warum wenden sich die baltischen Staaten an die EU?
**A:** Die Anfrage steht im Zusammenhang damit, dass im Zuge des Krieges Russlands gegen die Ukraine einzelne Drohnen großer Reichweite in den Luftraum der baltischen Staaten eindrangen, was die Besorgnis über eine Ausweitung der Folgen des Konflikts über die Ukraine hinaus verstärkt.

### Q: Wem wollen die Staaten bei den Beschaffungen den Vorzug geben?
**A:** Nach Worten Kaunas soll die Präferenz der europäischen Verteidigungsindustrie gelten, was die Widerstandsfähigkeit der baltischen Staaten stärken und die Entwicklung des Verteidigungssektors Europas unterstützen soll.