Ein russischer Drohnen-Raketen-Typ namens «Bandierol» ist auf dem Territorium von Belarus abgestürzt. Medienberichten zufolge ereignete sich der Vorfall im Gebiet der Stadt Kopatkevitschi im Rajon Petrikow der Region Homel. Dies meldete RBC-Ukraine unter Berufung auf die belarussische Dienststelle «Radio Swaboda». Ukrainische Überwachungskanäle behaupten, dass dem Gerät der Treibstoff ausging, woraufhin es auf einem Feld abstürzte. Bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag keine offizielle Bestätigung der belarussischen Behörden vor.

Umfang der Verletzung des Luftraums

Laut ukrainischen Überwachungskanälen drangen morgens mindestens 12 russische Drohnen vom Typ «Bandierol» in den Luftraum von Belarus ein. Ein Teil davon befand sich vermutlich bereits im Flug über dem Territorium der Ukraine. Meldungen über russische Drohnen kamen aus mehreren Rajons der Regionen Homel und Brest: Sie wurden in der Nähe von Narowl, Masyr, Petrikow, Swetlogorsk und Jelsk registriert. Es handelt sich also nicht um einen Einzelfall, sondern um einen koordinierten Eindringversuch einer Gruppe von Geräten in den Grenz-Luftraum.

Reaktion der belarussischen Seite

Hintergrund des Auftauchens russischer Drohnen: Die belarussische Seite hat, so ukrainische Quellen, Mittel der Luftabwehr eingesetzt. Zudem startete vom Flugplatz in Baranawitschy ein militärisches Flugzeug vom Typ Su-30. Es ist jedoch nicht zweifelsfrei geklärt, auf welche Weise genau versucht wurde, die Drohnen zu neutralisieren: Sie könnten abgeschossen worden sein oder es kamen Mittel der elektronischen Kampfführung zum Einsatz. Die belarussischen Behörden haben weder die Anzahl der russischen Drohnen bestätigt, die sich möglicherweise im Luftraum des Landes befanden, noch Details zum Absturz der «Bandierol» mitgeteilt.

Widersprüchliche Daten

Die Versionen der beteiligten Seiten und Quellen weichen erheblich voneinander ab. Ukrainische Überwachungskanäle nennen die Zahl «mindestens 12» Drohnen vom Typ «Bandierol» über Belarus und geben als Absturzursache den Treibstoffmangel an. Gleichzeitig hat die belarussische Seite offiziell weder den Massen-Eindringversuch, noch die Anzahl der Geräte oder die Umstände des Vorfalls bei Kopatkevitschi bestätigt. Auch die Methode der Gegenmaßnahmen ist unklar: Einige Quellen sprechen vom Einsatz der Luftabwehr und dem Start von Su-30-Jägern, andere lassen den Einsatz elektronischer Kampfführung zu. Bis zur Veröffentlichung offizieller Erklärungen aus Minsk bleiben alle Zahlen und Details auf dem Niveau von Meldungen ukrainischer Quellen und Medien.

Kontext des nächtlichen Angriffs auf die Ukraine

Der Vorfall in Belarus ereignete sich vor dem Hintergrund eines großangelegten nächtlichen Angriffs auf die Ukraine. Laut Angaben der Luftstreitkräfte der Ukraine hat die ukrainische Luftabwehr in dieser Nacht sechs «Bandierol»-Drohnen zerstört oder unterdrückt. Insgesamt startete Russland, so die gleichen Informationen, 217 Kampfdrohnen gegen die Ukraine, darunter reaktive Shahed, «Herber» und Drohnen-Imitatoren vom Typ «Parodia». Das Auftauchen von «Bandierol»-Drohnen über dem belarussischen Territorium deutet darauf hin, dass ein Teil der Kampfdrohnen im Rahmen dieses Angriffs durch oder in der Nähe des Luftraums des Nachbarlandes flog.