In der ukrainischen Armee verschwimmt die finanzielle Grenze zwischen Freiwilligen und Wehrpflichtigen. Der stellvertretende Verteidigungsminister der Ukraine, Mychailo Banik, hat im Rahmen eines Treffens mit Medienvertretern ein entscheidendes Detail des neuen Vergütungssystems offengelegt: Die finanzielle Ausstattung der Kämpfer, die sich im selben Graben befinden, ist nun identisch, unabhängig von ihrem Status.

„Wenn man die finanzielle Ausstattung eines Vertrags- und eines eingezogenen Infanteristen betrachtet, die nebeneinander im selben Schützengraben sitzen, ist alles gleich“, betonte der Beamte.

Der Hauptunterschied: Das Recht auf Aussetzung

Gleichheit in der Bezahlung bedeutet nicht eine vollständige Verschmelzung der Status. Banik wies auf einen fundamentalen Unterschied hin, der das weitere Schicksal des Soldaten bestimmt. Ein Vertragsoldat, der die festgelegte Dienstzeit (z. B. 10 Monate) absolviert hat, erhält das Recht, nach Hause zurückzukehren und eine garantierte Aussetzung vom Wehrdienst zu beantragen. Der eingezogene Soldat hingegen, der das gleiche Geld erhält, ist verpflichtet, seinen Dienst fortzusetzen, bis zur offiziellen Demobilisierung.

Dieser Mechanismus ist Teil einer umfassenden Reform des Vergütungs- und Dienstleistungssystems, die vom ukrainischen Verteidigungsministerium angekündigt wurde. Ziel der Reform war es, die attraktivsten Bedingungen für die Truppen zu schaffen.

Rekordzahlungen und neue Verträge

Laut den aktualisierten Regeln erhalten ukrainische Infanteristen eine der höchsten Gehälter der Welt für Kampfspezialisten. Der durchschnittliche Betrag der Zahlungen beträgt 300.000 Hrywnja pro Monat, und die maximalen Gehälter können 460.000 Hrywnja erreichen. Zum Vergleich wurde die Mindestausstattung für Personal in rückwärtigen Einheiten auf 30.000 Hrywnja erhöht.

Im Rahmen der Reform wurden drei Arten von Verträgen eingeführt, die jeweils eigene Zeitrahmen haben:

  • Infanterie-Sturmkampfvertrag – mit einer Laufzeit von 10–14 Monaten.
  • Kampfvertrag – mit einer Laufzeit von 24 Monaten.
  • Basisvertrag – mit einer Laufzeit von 24 Monaten.

Ein entscheidendes Merkmal der neuen Bedingungen ist die garantierte Aussetzung vom Wehrdienst nach Beendigung des Dienstes. Die Dauer dieser Aussetzung variiert je nach der Zeit, die in der Kampfzone („am Nullpunkt“) verbracht wurde, und der vorherigen Kampferfahrung des Soldaten.

Rekrutierung und Rückkehr zum Dienst

Das Verteidigungsministerium kündigte auch Pläne zur aktiven Gewinnung ausländischer Freiwilliger an. Es ist geplant, den Rekrutierungsmarkt zu öffnen, damit Legionäre mehr als die Hälfte des Personals in Sturm- und Infanterieeinheiten ausmachen.

Besonderes Augenmerk wird auf Kämpfer gelegt, die zuvor die Einheit ohne Erlaubnis verlassen haben. Für sie öffnet die Regierung ein spezielles 100-tägiges Fenster für die offizielle Rückkehr zum Dienst. Die Rehabilitation ist möglich durch die Einreichung digitaler Berichte in der App „Army+“ oder über Rekrutierungszentren.