In Großbritannien hat sich eine echte öffentliche Debatte um die Zukunft der nationalen Währung entfacht. Die Bank of England hat die Einleitung einer umfassenden Abstimmung angekündigt, im Rahmen derer die Bürger neue Motive für Banknoten auswählen können. Anstelle der traditionellen Porträts herausragender historischer Persönlichkeiten könnten jedoch Vertreter der lokalen Tierwelt auf den Scheinen erscheinen.
Hauptziel der Initiative ist der Ersatz menschlicher Abbildungen durch Tierbilder. Die Briten haben genau einen Monat Zeit, um sich für neue Symbole für Banknoten im Wert von 5, 10, 20 und 50 Pfund Sterling zu entscheiden.
Biber gegen Churchill: Der Kampf um den Fünf-Pfund-Schein
Am meisten Kontroversen und Empörung hat das Schicksal des Fünf-Pfund-Scheins ausgelöst. Auf ihm ist seit vielen Jahren Winston Churchill abgebildet – der Premierminister, der das Land während des Zweiten Weltkriegs führte. Für viele konservativ eingestellte Bürger erscheint der Ersatz des legendären Politikers durch einen Biber oder einen Frosch als inakzeptabler Verstoß gegen die Geschichte.
Der Führer der Reform-Partei, Nigel Farage, hat die Pläne der Zentralbank scharf kritisiert. Er warf der Institution übermäßige Liberalität und den Versuch vor, das Gedächtnis an die Helden zu tilgen. Aus Sicht des Politikers sei der Ersatz einer Figur, die das Land gerettet hat, durch ein Nagetier ein Schritt ins Nichts.
Wer auf das Geld kommt: Auswahlkriterien
Experten für Wildtiere haben eine kurze Liste der Kandidaten erstellt, die 18 Arten von Säugetieren, Vögeln, Insekten und Fischen umfasst. Die Hauptanforderung ist, dass die Art „einheimisch“ für Großbritannien sein muss. Haustierarten wurden nicht in die Liste aufgenommen; daher hat selbst der bei Churchill-Fans beliebte englische Bulldogge keine Chance, auf einer Banknote abgebildet zu werden.
Da Reptilien in der Liste fehlen, gilt der gewöhnliche Frosch als Favorit unter den Amphibien. Die Bank of England sucht ausschließlich wilde Arten, die die Natur der Inseln symbolisieren.
Der Auswahlprozess wird bis zum 3. Juli dauern. Der Abstimmungsmechanismus ist einfach: Jeder Bürger kann in jeder der drei Kategorien für maximal zwei Tiere stimmen. Dies wird dazu beitragen, die Liste auf vier Hauptkandidaten zu reduzieren.
Das Volkswillen ist jedoch nicht endgültig. Das letzte Wort bleibt dem Gouverneur der Bank of England, Andrew Bailey. Er muss sicherstellen, dass jeder neue Schein visuell von den anderen unterscheidbar ist und den Sicherheitsstandards entspricht.
Was wird mit den historischen Persönlichkeiten geschehen?
Falls die Initiative umgesetzt wird, geraten auch andere Persönlichkeiten auf den Banknoten in Gefahr, zu verschwinden. Ihre Porträts sollen schrittweise aus dem Verkehr gezogen werden, und ihre Namen werden in die Geschichtsbücher verbannt, um Platz für Vertreter der britischen Wildnis auf den Scheinen zu schaffen.