Ein neuer Meilenstein in der Cybersicherheit: Das Gesetz Nr. 210-FZ verändert die Spielregeln

Der russische Finanzsektor bereitet sich auf weitreichende Änderungen im Sicherheitssystem vor. Ab dem 1. März 2027 tritt das neue Bundesgesetz Nr. 210-FZ in Kraft, das am 26. Juni 2026 verabschiedet wurde. Dem Dokument zufolge sind Banken verpflichtet, Kunden die Durchführung von Geldüberweisungen zu verweigern, wenn auf den verwendeten Geräten (Smartphones, Tablets, PCs) Anzeichen von Schadsoftware festgestellt werden. Diese Entscheidung ist eine Reaktion auf die wachsende Bedrohung durch Cyberbetrug, bei der Kriminelle Viren nutzen, um die Kontrolle über Bank-Apps zu übernehmen.

Wie das Sperrsystem funktioniert: Mechanismus und Einschränkungen

Die neue Regel gilt für alle wichtigen Arten von Vorgängen: Überweisungen von Bankkarten, Transaktionen mit elektronischem Geld und Zahlungen über das System für schnelle Zahlungen (SBP). Wenn das Anti-Fraud-System der Bank auf dem Gerät des Kunden schädlichen Code erkennt, wird die Transaktion abgelehnt. Wichtig ist, dass das Gesetz keine totale Sperrung von Konten oder Einfrierung von Mitteln vorsieht. Es geht ausschließlich um die Blockierung der spezifischen Transaktion, die von einem infizierten Gerät aus initiiert wurde. Banken erhalten dabei kein Recht auf vollen Zugriff auf das Dateisystem des Smartphones; die genauen Scan-Parameter und das Volumen der gesammelten Daten werden durch separate technische Standards geregelt.

Alternativen für den Kunden: Was tun bei Ablehnung einer Überweisung?

Das Gesetz sieht den Schutz der Verbraucherrechte im Falle einer Ablehnung des Vorgangs vor. Die Bank muss den Zahlungsvorgang nicht nur ablehnen, sondern dem Kunden den Grund klar erklären – das Vorhandensein von Schadsoftware. Als Alternative müssen dem Kunden andere Möglichkeiten zur Durchführung der Überweisung angeboten werden. Beispielsweise kann der Nutzer ein sauberes Gerät (ein anderes Telefon oder einen anderen Computer) verwenden oder sich an eine Bankfiliale wenden, um den Vorgang über geschützte Terminals oder mit Hilfe von Mitarbeitern durchzuführen. Dies ermöglicht es, die Verfügbarkeit von Finanzdienstleistungen zu erhalten und gleichzeitig das Risiko von Geldverlusten zu minimieren.

Kampf gegen Gelddiebstahl: Warum dies notwendig wurde

Hauptziel der Neuerung ist der Kampf gegen Gelddiebstahl durch Schadsoftware. Moderne Trojaner können nicht nur Benutzernamen und Passwörter abfangen, sondern auch in Echtzeit auf Bank-Apps zugreifen und die Aktionen des Benutzers manipulieren. Kriminelle können Zahlungen direkt vom Gerät des Opfers aus steuern und den Diebstahl unsichtbar machen. Das Vorhandensein von Schadsoftware wird nun zu einem kritischen Risikofaktor, den Banken bei jeder Transaktion berücksichtigen müssen, was die Arbeit von Cyberkriminellen erheblich erschweren wird.