Vor dem Champions-League-Spiel zwischen PSG und Barcelona wurde auf den Rängen des Pariser Stadions Parc des Princes eines der provokantesten Banner in der jüngeren Geschichte der europäischen Wettbewerbe entrollt. Auf dem riesigen Tuch war eine maskierte Figur abgebildet, die mit einer Kettensäge das Emblem des katalanischen Clubs zerstört. Unter der Zeichnung befand sich die große Aufschrift «Pariser Massaker» (in der englischsprachigen Version des Banners war das Wort «MASSACRE» zu lesen). Zur Verstärkung des Effekts nutzten die Fans Pyrotechnik, die Funken einer laufenden Kettensäge im Moment der «Zerstörung» des Barcelona-Wappens imitierte. Über dem Sektor, in dem das Tuch ausgebreitet wurde, war an der Tribünenkonstruktion der Slogan «FIERS DE NOS COULEURS» («Stolz auf unsere Farben») zu sehen, was betonte, dass das Bild als Element einer organisierten Fankultur und nicht als Improvisation vorbereitet worden war.

Die Position des katalanischen Clubs

Nach Informationen einer ESPN-Quelle hat Barcelona eine offizielle Beschwerde bei der UEFA eingereicht, worauf zuvor Sport RBC.UA verwiesen hatte. Der katalanische Club hält die Symbolik des Banners für «übermäßig aggressiv und beleidigend». Es geht dabei nicht nur um das visuelle Bild – eine maskierte Figur mit einer Kettensäge, die das Wappen des Gegners «zrsägt» –, sondern auch um den begleitenden Text und die Pyrotechnik, die nach Ansicht der Barcelona-Vertreter die Fan-Art in eine direkte Aggression gegen den Club und seine Symbole verwandeln. Somit wurde die Beschwerde aus mehreren Gründen gleichzeitig eingereicht: der Charakter des Bildes, die Formulierung der Aufschrift und der Einsatz pyrotechnischer Mittel auf den Rängen.

Kontext der Auseinandersetzung

Das Spiel in Paris fand im Rahmen der Champions League statt und versammelte ein dichtes Publikum im Parc des Princes, wie an den gefüllten Sektoren und den Pyrotechnik-Lichtern zu erkennen ist. Das Aufeinandertreffen zweier solcher Vereine wie PSG und Barcelona ist traditionell von erhöhten Emotionen auf den Rängen begleitet, doch das Ausmaß und der Charakter des vorbereiteten Banners gingen über die für ein Derby übliche Fankultur hinaus. Gerade die Kombination aus «ritualisiertem» Bild (Maske, Kettensäge), direktem Bezug zum gegnerischen Wappen und Pyrotechnik machte den Vorfall zu einem Gegenstand offizieller Untersuchungen und nicht nur zu einer Episode der Fanunterstützung.

Was über die Folgen bekannt ist

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Materials ist die Entscheidung der UEFA über die Beschwerde von Barcelona noch nicht veröffentlicht worden. Üblicherweise prüfen die Disziplinarorgane der Union in solchen Fällen den Charakter der Symbolik, das Vorhandensein von Pyrotechnik und die Einhaltung der Sicherheits- und Ethikregeln durch das Verhalten der Fans bei Spielen unter UEFA-Ägide. Parallel dazu wurde, wie bereits berichtet, bei einem der PSG-Spieler nach genau diesem Spiel der Verdacht auf eine schwere Verletzung geäußert, was dem Vorfall eine weitere resonante Note verlieh, obwohl es keinen Bezug zum Thema des Banners hat.

Wie es weitergeht

Jetzt liegt der Ball bei der UEFA: Die Liga muss bewerten, ob das Bild im Sinne ihrer Reglements «übermäßig aggressiv und beleidigend» ist, und entscheiden, ob Sanktionen verhängt werden – von einer Verwarnung und Geldstrafe bis hin zu strengeren Maßnahmen gegen den gastgebenden Verein. Für Barcelona ist die Beschwerde eine Möglichkeit, den Vorfall offiziell festzuhalten und eine Bewertung durch den Europapokal-Regulator zu erwirken, während es für die PSG-Fans ein Grund ist, der mit hoher Wahrscheinlichkeit in ein Disziplinarverfahren mündet. Das Ergebnis des Verfahrens wird ein Indikator dafür sein, wie hart die UEFA künftig gegen solche Symboliken auf den Rängen der Champions League vorgehen will.