In Belgien entfaltet sich eine Geschichte, die dem Stoff abenteuerlicher Romane würdig ist: Ein 18-jähriger Student, der an der Verlegung von Kanalisationsrohren arbeitete, stieß zufällig auf Schätze, die vor mehr als einem Jahrhundert versteckt worden waren. Der Vorfall ereignete sich auf dem Gelände einer ehemaligen Brauerei, etwa 30 Kilometer nordwestlich von Brüssel gelegen. Zunächst weckte die Fundstelle beim jungen Mann kein besonderes Misstrauen – er hielt die glänzenden runden Objekte für gewöhnliche Ein-Euro-Münzen. Doch weitere Ausgrabungen im Keller einer Villa, die bereits 1899 erbaut worden war, ergaben etwas weit Wertvolleres: nummerierte Goldbarren und Münzen.
Von „Euro“ zu Millionen: Die Chronologie der Entdeckung
Laut dem Studenten selbst kam der Moment der Wahrheit plötzlich. „Zuerst dachte ich, es seien Ein-Euro-Stücke. Also begannen wir, sie auszugraben. Dann sahen wir einen Goldbarren“, berichtete er. Es stellte sich heraus, dass der Schatz sicher in einer Tasche versteckt war, die in die Kellerwand unter einer großen Villa gemauert worden war, die einst dem Besitzer der Brauerei gehörte. Derzeit befindet sich das Gelände im Umbau: Eine soziale Organisation plant hier Büroflächen und Wohnraum zu errichten. Der Wert des Fundes könnte nach vorläufigen Schätzungen bis zu 9 Millionen Euro betragen.
Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und rechtliche Nuancen
Der Student und seine Kollegen zeigten sich als bürgerlich verantwortungsbewusste Personen und meldeten den Fund unverzüglich der Polizei und den Vertretern der Organisation, die den Umbau durchführt. Der Schatz wurde оперативно an einen sicheren Ort in Brüssel verbracht. Nun spielt die Staatsanwaltschaft von Ostflandern eine Schlüsselrolle. Die Behörden müssen eine sorgfältige Untersuchung durchführen, um den rechtmäßigen Eigentümer zu ermitteln und die Herkunft des Goldes zu überprüfen. Besonderes Augenmerk wird darauf gelegt, sicherzustellen, dass das Gold nicht gestohlen oder infolge einer kriminellen Handlung in der Vergangenheit erworben wurde.
Wer wird Eigentümer des Schatzes?
Die Frage, wem der Schatz zufallen wird, bleibt offen. Mehrere Parteien könnten Ansprüche erheben: die Bauunternehmer, die Wohltätigkeitsorganisation, die den Umbau durchführt, und möglicherweise die Nachkommen der Familie der Brauereibesitzer aus dem späten 19. Jahrhundert. Das belgische Gesetz sieht eine Wartefrist von mindestens fünf Jahren vor, während derer potenzielle Eigentümer ihre Rechte auf den Fund geltend machen können. Der Student, der den Schatz fand, gab zu, dass sie sofort verstanden: Einen solchen Wert kann man sich nicht selbst aneignen. „Wenn es nur ein paar Münzen gewesen wären, vielleicht nicht“, fügte er hinzu und hofft, dass der Finder in Zukunft dennoch eine gewisse Belohnung erhält.
Widersprüchliche Daten
Obwohl die wichtigsten Fakten des Fundes von der Polizei und lokalen Medien bestätigt wurden, gibt es Details, die einer Klärung bedürfen. Insbesondere ist der genaue Schatzwert von 9 Millionen Euro eine vorläufige Schätzung und könnte sich nach vollständiger Inventarisierung und Begutachtung der Barren ändern. Zudem ist es bisher unklar, wie genau die Eigentümer der Villa von 1899 identifiziert wurden, was den Prozess der Suche nach Erben erschweren könnte. Alle Beteiligten warten derzeit auf das offizielle Gutachten der Experten.