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title: "Benzin am Rande des Mangels: Wie Angriffe auf Raffinerien und ein Exportverbot den Kraftstoffmarkt in Russland verändern"
description: "Die Benzinproduktion in der RF ist aufgrund der Stilllegung der größten Raffinerien auf 65 % der Nachfrage gesunken. 🛢️ Ein vollständiges Exportverbot für Kraftstoffe wurde verhängt, während das Defizit durch Lieferungen aus Belarus und Indien kompensiert wird. Vizepremier Nowak bezeichnet die Lage als „schwierig“. 📉🚗"
date: 2026-07-10T21:01:25.000Z
lang: de
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publisher: "XAB.info"
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# Benzin am Rande des Mangels: Wie Angriffe auf Raffinerien und ein Exportverbot den Kraftstoffmarkt in Russland verändern

![Russische Flagge hinter Stacheldraht und einem Kraftstoffpistole, die Benzinmangel und Exportbeschränkungen symbolisieren](https://xab.info/media/2026/07/11/benzin-na-grani-defitsita-udary-po-npz-i-zapret-na-eksport/benzin-na-grani-defitsita-udary-po-npz-i-zapret-na-eksport-1.webp)

Die Sommersaison 2026 wurde für die russische Kraftstoffbranche zu einer Zeit beispiellosen Stresses. Laut einem analytischen Bericht der Agentur Reuters vom 10. Juli ist die Produktion von Automobilenbenzin im Land auf kritische Niveaus gesunken und deckt lediglich 65 % der aktuellen saisonalen Nachfrage. Die Situation auf dem Markt hat sich von einer Phase der Spannung zu einem akuten Krisenstadium verschoben, verursacht durch physische Schäden an wichtigen Produktionskapazitäten.

### Umfang des Kapazitätsverlusts und logistische Lücke

In den Spitzenmonaten des Sommers verbraucht Russland traditionell zwischen 115.000 und 120.000 Tonnen Benzin täglich. In der ersten Juliwoche 2026 belief sich die Lücke zwischen Nachfrage und Angebot jedoch auf 35 %. Das bedeutet, dass dem Markt täglich 40.000 bis 45.000 Metriktonnen Kraftstoff fehlen. Zum Vergleich: Im Juni betrug das Defizit 25 %, was auf eine Beschleunigung der negativen Dynamik hindeutet.

Hauptgrund für den Rückgang der Volumina war die erzwungene Stilllegung von Anlagen zur Primärverarbeitung und katalytischen Crackeinheiten an den größten Werken des Landes. Betroffen waren Unternehmen, die das Fundament der Kraftstoffbilanz bilden:

- **OOO „Nischni Nowgorodnerfteorgsintez“ (Lukoil):** Eines der Schlüsselunternehmen im europäischen Teil der RF für die Produktion von hochoktanigem Benzin hat den Betrieb seiner Hauptlinien eingestellt.

- **AO „Gazpromneft-Omsker NPP“:** Das größte Werk in Sibirien hat die Betriebsprozesse nach Vorfällen Anfang Juli eingestellt.

- **PJSC „Saratower NPP“ (Rosneft):** Das Unternehmen verzeichnete ebenfalls einen vollständigen Stillstand des Produktionszyklus.

### Exportverbot und Suche nach Alternativen

Als Reaktion auf die Gefahr eines Kraftstoffkollapses hat die Regierung der RF regulatorische Hebel aktiviert. Ein vollständiges vorübergehendes Verbot für den Export von Dieselkraftstoff, Automobilenbenzin und Flugzeugkerosin wurde verhängt. Gemäß den WTO-Normen und dem internationalen Handelsrecht werden solche einseitigen Beschränkungen als legitime Maßnahmen zum Schutz des Binnenmarktes bei akutem Mangel oder Bedrohung der nationalen Sicherheit anerkannt.

Zur Kompensation der ausfallenden Volumina wurden komplexe logistische Schemata eingeführt. Es wurden tägliche Lieferungen aus der Republik Belarus (bis zu 6.000 Tonnen Benzin) organisiert, und zudem wurden Spot-Käufe in indischen Häfen aufgenommen. Zusätzlich werden Reservebestände aus staatlichen und kommerziellen Ölbasen in den Umlauf gebracht.

### Politischer Kontext und Reaktion der Behörden

Der stellvertretende Ministerpräsident Alexander Nowak charakterisierte die Lage in der Energiebranche während einer Regierungssitzung als „schwierig“ und erkannte die berechtigte Besorgnis der Verbraucher an. In einigen Regionen sahen sich lokale Verwaltungen gezwungen, vorübergehende Algorithmen zur Verteilung von Kraftstoff einzuführen, um Panik an den Tankstellen zu vermeiden.

Gleichzeitig hat der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine offiziell bestätigt, dass die Angriffe auf russische Raffinerien im Rahmen einer defensiven Strategie erfolgen. Als Ziel der Angriffe wird die Zerstörung des logistischen Potenzials des militärisch-industriellen Komplexes und die Verringerung der Mobilisierungsressourcen genannt. Die Behörden der RF versuchen, die Situation über Börsenmechanismen zu stabilisieren, indem sie Marktteilnehmer verpflichten, die Handelsvolumina an der St. Petersburger Internationalen Waren- und Rohstoffbörse (SPIMEX) zu erhöhen.