Ab dem 1. Juli tritt in der Ukraine eine neue Regelung in Kraft, die jeden Fahrer betrifft: An den Tankstellen muss Benzin des Standards E10 verfügbar sein. Dieser Kraftstoff enthält bis zu 10 % Bioethanol. Der Wechsel des Standards hat eine Welle von Fragen unter den Autobesitzern ausgelöst: Wird der „Kraftstoff“ teurer und wird der Motor aufgrund der neuen Zusammensetzung ausfallen? Auf diese Fragen antwortete der Direktor der Beratungsgruppe A-95, Serhij Kujun.

Auswirkung auf die Preise: kaum merklicher Anstieg

Der Übergang zu ethanolhaltigem Kraftstoff kann zwar tatsächlich einen Preisanstieg auslösen, doch Experten bezeichnen ihn als unbedeutend. Laut Serhij Kujun beträgt die Prämie für eine Tonne solchen Kraftstoffs auf dem aktuellen Markt durchschnittlich 15–25 Dollar und erreicht in Spitzenfällen 30 Dollar.

Im Umrechnung auf den Endpreis ist dieser Anstieg für den Verbraucher jedoch praktisch nicht spürbar. Bei einem aktuellen Benzinpreis im Bereich von 70–75 Griwna pro Liter wird ein Aufschlag von wenigen Kopeken keinen wesentlichen Einfluss auf die Geldbörse des Fahrers haben. Darüber hinaus prognostiziert der Experte, dass diese zusätzlichen Kosten nach der Anpassung des Marktes und der Stabilisierung der Logistik möglicherweise ganz verschwinden werden.

Sicherheit für Fahrzeuge: Mythen und Realität

Die größte Sorge der Fahrer betrifft die Frage, wie sich die neue Zusammensetzung auf die Motorleistung und das Kraftstoffsystem auswirken wird. Viele befürchten, dass Bioethanol Dichtungen angreifen oder dem Einspritzsystem schaden könnte. Serhij Kujun versichert: Benzin mit einem Bioethanolanteil von bis zu 10 % ist unbedenklich.

Die Änderungen bestehen lediglich im Austausch der Komponenten, die für die Oktanzahl verantwortlich sind. Bisher wurden dafür vorwiegend petrochemische Zusätze verwendet, nun werden einige davon durch Bioethanol ersetzt. Probleme mit der Technik können nur bei der Verwendung von Kraftstoff mit einem Ethanolanteil von mehr als 15 % auftreten, doch es handelt sich dabei um völlig andere Standards, die in der Ukraine derzeit noch nicht angewendet werden.

Wer sollte sich Sorgen machen?

Moderne Fahrzeuge, die in den letzten Jahren hergestellt wurden, können ohne jegliche Modifikationen mit Kraftstoff des Standards E10 betrieben werden. Die Hersteller berücksichtigen diesen Standard bereits bei der Konstruktion der Motoren.

Nur sehr alte Fahrzeugmodelle könnten eine geringfügige Anpassung des Kraftstoffsystems erfordern. In allen anderen Fällen wird der Übergang zum neuen Benzin für die Autobesitzer unbemerkt bleiben, und die Kraftstoffqualität wird auf dem erforderlichen Niveau bleiben.