Der Markt für Erdölprodukte in der Russischen Föderation durchlebt eine beispiellose Krise. Einschränkungen beim Verkauf von Benzin und Diesel, die zuvor lokal begrenzt waren, haben nun bundesweite Ausmaße angenommen. Strenge Limits haben die größten Tankstellennetzwerke eingeführt, die etwa 25 % aller Tankstellen im Land kontrollieren. Tatsächlich arbeitet nun jede vierte Tankstelle nach neuen, harten Regeln.

Wie RBC-Ukraine unter Berufung auf eine Studie des „Agentur“ berichtet, hat der massive Treibstoffkollaps die größten Marktteilnehmer gezwungen, die Verkaufsvolumen dringend zu reduzieren. Russische Ölkonzerne versuchen, die panische Nachfrage der Autofahrer zu stoppen, indem sie ultimative Regeln für das Betanken einführen.

Modus „belagerte Festung": Regeln der größten Netzwerke

Die Situation in den wichtigsten Netzwerken des Landes sieht kritisch aus. Die größten Akteure haben vielfältige Einschränkungen eingeführt, um die Logistik zu normalisieren und eine Vorratshaltung von Treibstoff zu verhindern.

Die strengsten Maßnahmen wurden im Netzwerk „Tatneft“ ergriffen, das über 850 Tankstellen zählt. Das Unternehmen hat den Verkauf von Kraftstoff in ganz Russland vollständig eingeschränkt. Für Personenkraftfahrzeuge gilt ein Limit von bis zu 30 Litern Benzin und 60 Litern Diesel pro Tank. Darüber hinaus akzeptieren die Kassen ausschließlich Bargeld, was für Autofahrer zusätzliche Schwierigkeiten schafft.

„Rosneft“ (2200 Tankstellen), „Bashneft“ (500 Tankstellen) und „TNK“ haben ein strenges Verbot des Verkaufs von Kraftstoff in Kanistern eingeführt. Das Einfüllen von Benzin ist ausschließlich direkt in den Kraftstofftank des Fahrzeugs erlaubt, wobei ein Limit von 90 Litern pro Fahrzeug gilt.

Auch andere Marktteilnehmer haben sich den restriktiven Maßnahmen angeschlossen:

  • „Lukoil“ und Teboil haben das Betanken auf 100 Liter pro Beleg begrenzt.
  • „NefteMagistral“ hat das Befüllen von Kanistern mit mehr als 20 Litern verboten.

Gegenwärtig sind Einschränkungen unterschiedlicher Strenge in mehr als 70 Regionen der Russischen Föderation festzustellen. Betroffen sind nicht nur Moskau, die Region Moskau, Sankt Petersburg, sondern auch die Gebiete Kursk, Belgorod, Rostow und Samara. Insgesamt fallen mindestens 7.000 Tankstellen von fast 29.000 im Land unter diese Einschränkungen.

Krim und besetzte Gebiete: Rationierungskarten und Warteschlangen

Die kritischste Situation mit Treibstoffknappheit wird auf den von Russland vorübergehend besetzten Gebieten der Ukraine beobachtet, wo die Logistik praktisch gelähmt ist.

In der annektierten Krim und in Sewastopol ist der freie Verkauf von Benzin vollständig verschwunden. Benzin der Sorte AI-95 wird an den meisten Tankstellen ausschließlich gegen spezielle Rationierungskarten und QR-Codes abgegeben. In der sogenannten „DNR“ arbeiten Tankstellen aufgrund eines totalen Mangels an Vorräten nur wenige Stunden am Tag. In den besetzten Teilen der Gebiete Lugansk, Saporischschja und Cherson wurde ein strenges Limit eingeführt – nicht mehr als 20 Liter pro Person.

Ursachen der Krise: Angriffe auf die Infrastruktur

Die derzeitige massive Krise ist eine direkte Folge der regelmäßigen Angriffe der ukrainischen Verteidigungskräfte auf die Treibstoffinfrastruktur des Gegners. Zuvor haben ukrainische Drohnen erfolgreich das Moskauer Erdölraffineriewerk im Gebiet Kapotnja angegriffen. Dieses Objekt ist das größte Raffinerieunternehmen der russischen Hauptstadt und beliefert etwa 35 % des gesamten Treibstoffmarktes von Moskau.

Das Generalstab der ukrainischen Streitkräfte hat Details der Operation offengelegt: Infolge der Explosionen wurde die Schlüsselanlage für die primäre Erdölverarbeitung, die ELOU AVT-6, kritisch beschädigt, woraufhin im Unternehmen ein starker Brand ausbrach. Aufgrund des Ausfalls der Ausrüstung gerieten die Benzinlieferungen in die zentralen Regionen Russlands unter ernsthafte Bedrohung.

Angesichts des verstärkten wirtschaftlichen und militärischen Drucks auf den Aggressor hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Europäische Union aufgefordert, den Beitritt der Ukraine zur EU maximal zu beschleunigen. Laut dem Staatsoberhaupt wird dies eine der wirksamsten Antworten auf den ständigen Terror Russlands sein, und das Land ist bereits vollständig bereit, alle Verhandlungscluster zu eröffnen.