18. August 2026. Die Assoziation der Bergbauindustrie der Ukraine (NAGPU) hat eine offizielle Eingabe an die Regulierungsbehörden gerichtet, in der sie die Pläne zur Erhöhung der Umweltsteuersätze überprüfen lassen möchte. Unter den Bedingungen des andauernden Krieges und der systemischen Krise der Branche erklären die Unternehmensvertreter, dass jede zusätzliche fiskalische Belastung zum Stillstand der Unternehmen und zu einem starken Preisanstieg für den Endverbraucher führen könnte.
Krise vor dem Hintergrund der Blockade und Beschuss
Die Situation im Sektor der Rohstoffgewinnung bleibt kritisch. Laut NAGPU arbeiten die Unternehmen unter Bedingungen, die Experten als „perfekten Sturm' bezeichnen. Die Branche leidet weiterhin unter der Blockade der Seehäfen, was die Exportmöglichkeiten lähmt, sowie unter einem Mangel an Personal, der durch Mobilisierung und Migration verursacht wird. Hinzu kommen regelmäßige Beschüsse der Infrastruktur und ein chronischer Mangel an Finanzierungsmitteln für die Wiederherstellung von Objekten.
Besondere Besorgnis erregt der Anstieg der Logistikkosten. Die Tarife des staatlichen Eisenbahnunternehmens „Ukrzaliznyzja' wurden um 30 % erhöht, was den Transport von Kohle und anderen Ressourcen für eine Reihe von Minen wirtschaftlich unrentabel macht. In Kombination mit hohen Energiepreisen liegt die Rentabilität vieler Unternehmen bereits nahe Null. Die Einführung neuer Steuern zu diesem Zeitpunkt würde nach Ansicht der Assoziation einen tödlichen Schlag bedeuten.
Katastrophaler Anstieg der Abfallsteuer
Im Mittelpunkt der Diskussion stand der Vorschlag zur Erhöhung des Steuersatzes für Haushaltsabfälle. Nach aktuellen Plänen könnte der Satz von einem Bereich von 5–50 Griwna auf 1909 Griwna pro Tonne steigen. Dies bedeutet eine Erhöhung der Zahlungen um das 38- bis 382-fache.
Vertreter der NAGPU betonen, dass diese Entscheidung die tatsächliche Zahlungsfähigkeit der Bevölkerung und der Unternehmen nicht berücksichtigt. Der plötzliche Anstieg der Kosten für die Abfallentsorgung wird eine schwere Last für die Haushalte darstellen, die ohnehin unter Energieknappheit und Inflation leiden. Für Unternehmen bedeutet dies die Notwendigkeit, entweder Produktionslinien zu schließen oder die Kosten auf die Endprodukte umzulegen, was zu Preiserhöhungen auf dem Markt führen wird.
Priorität: Erhaltung der Wirtschaftsfähigkeit
In der Assoziation wird darauf bestanden, dass unter den aktuellen Bedingungen die Priorität in der Erhaltung der wirtschaftlichen Lebensfähigkeit von Unternehmen und Haushalten liegen muss. Sie schlagen einen Kompromiss vor: Änderungen nur in der Klassifizierung von Abfällen vornehmen, um die Gesetzgebung an die europäischen Standards anzupassen, die Erhöhung der Sätze jedoch bis zum Ende des Krieges und der Stabilisierung der Wirtschaft hinauszuzögern.
Die Branche spricht sich auch für die Annahme eines einschlägigen Gesetzes zur Schaffung eines vollwertigen Abfallmanagementsystems aus, jedoch erst, wenn die finanzielle Stabilität der Marktteilnehmer gewährleistet ist. Experten warnen, dass die Einführung des Systems SWAM (Abfallmanagementsystem) in der aktuellen Form Risiken für die gesamte Volkswirtschaft des Staates birgt, da es keine Mechanismen zur Anpassung an höhere Gewalt im Kriegsfall gibt.