Morgens am 10. Juni ereignete sich auf dem besetzten Teil der Region Cherson ein Vorfall, der die Logistik der russischen Truppen erheblich erschwert hat. Die von den Besatzern eingesetzten Behörden meldeten die Sperrung des Verkehrswegs über die Brücke, die Henitschesk mit der Arabatschen Nehrung verbindet. Dies ist bereits die zweite wichtige Überquerungsstelle, deren Zugang in den letzten Tagen eingeschränkt wurde.

Die Version der Besatzungsbehörden

Die Informationen zur Sperrung bestätigte Wladimir Saldo, der von Russland als Verwalter des besetzten Teils der Region Cherson eingesetzt wurde.据 ihm versuchten ukrainische Soldaten am Morgen des 10. Juni angeblich, einen Schlag gegen eine der Überquerungsstellen in der Nähe von Henitschesk auszuführen.

„Am Ort arbeiten die zuständigen Dienste. Der Verkehr ist vorübergehend gesperrt, die Umstände werden geklärt“, erklärte Saldo. Die Behörden geben keine Details zum Vorfall bekannt, doch die Tatsache der Schließung der Route ist bestätigt.

Kettenreaktion: Von Tschongar bis zur Arabatschen Nehrung

Die Ereignisse in Henitschesk spielen sich vor dem Hintergrund einer Serie von Angriffen auf die Tschongar-Brücke ab – der Schlüsselader, die den besetzten Krim mit dem Festland verbindet. Die Geschichte mit dieser Überquerungsstelle begann am 7. Juni, als sie zum ersten Mal angegriffen wurde. Damals konnte der Verkehr wiederhergestellt werden, jedoch nur im Wechselverkehrsfluss.

Am 9. Juni wurde die Brücke jedoch, wie gemeldet, erneut Drohnenangriffen ausgesetzt, woraufhin der Verkehr erneut eingestellt wurde. Als Reaktion darauf empfahlen die Besatzungsbehörden die Nutzung alternativer Routen über Armenk und Perekop.

Logistischer Sackgasse

Experten stellen fest, dass die Schließung der Brücke in der Nähe von Henitschesk einen kritischen Schlag gegen das Versorgungssystem darstellte. Der Leiter des Zentrums für das Studium der Besetzung, Petr Andruschenko, erläuterte, dass der Schlag einen der drei Brücken in diesem Bereich getroffen haben könnte.

Die Kombination der Probleme an der Tschongar-Brücke und die Schließung der Route über die Arabatsche Nehrung ließen die Besatzer mit einer extrem eingeschränkten Auswahl zurück. „Jetzt ist die Hauptumfahrung nur noch über Armenk und Perekopsk möglich. Das bedeutet zusätzliche Kilometer, zusätzliche Reisezeit und zusätzliche Kraftstoffkosten“, betonte Andruschenko.

Kraftstoffmangel und Angriffe auf die Hinterland

Die Verlängerung der logistischen Distanzen vor dem Hintergrund eines Kraftstoffmangels stellt eine ernste Bedrohung für die Versorgung der russischen Truppen dar. Zuvor hatten ukrainische Drohnen russische Raffinerien und Kraftstoffbasen auf besetztem Gebiet angegriffen, was zu einem akuten Mangel an Kraftstoffen führte.

Als Reaktion darauf wurden im besetzten Krim strenge Einschränkungen beim Verkauf von Benzin und anderen Kraftstoffen eingeführt. Die Situation wird durch die Tatsache verschärft, dass die Einheiten der unbemannten Systeme des Hauptnachrichtendienstes (HUR) die Kontrolle über Abschnitte der Autobahn zwischen Berdjansk, Melitopol und Dschanjok übernommen haben und systematisch russische Tankwagen und Lastwagen im tiefen Hinterland zerstören.