Die ukrainischen Verteidigungskräfte haben eine Reihe von Angriffen auf Schlüsselobjekte der russischen Militärinfrastruktur und Energie-Logistik durchgeführt. Im Schwarzen Meer wurde der Tanker FINA A (IMO 9283306) der „Schattenflotte' getroffen, der zur Umgehung internationaler Sanktionen für den Transport von Erdöl genutzt wurde. Gleichzeitig wurden zwei Autobahnbrücken und mehrere Kommandopunkte des Gegners zerstört.
Angriff auf den Tanker FINA A
Laut dem Generalstab der Streitkräfte der Ukraine erfolgte der Angriff auf das Schiff am 16. Juni und in der Nacht zum 17. Juni. Der Tanker FINA A steht unter Sanktionen der EU, der Schweiz, Großbritanniens, Kanadas und der Ukraine. Seine Länge beträgt 244,6 Meter, die Bruttoraumzahl – 62.002 Einheiten. Das Schiff wurde aktiv von Russland für den Export von Erdöl und Erdölprodukten genutzt, um die von westlichen Ländern eingeführten Beschränkungen zu umgehen.
Das Ausmaß der Schäden am Tanker wird noch geklärt. Ähnliche Angriffe hatten jedoch zuvor bereits schwerwiegende Folgen: So wurde der Tanker WEST Horizon im Bereich der Propellersteuerung beschädigt und verlor die Fähigkeit zur eigenständigen Bewegung. Ein anderes Schiff – Dashan – wurde von See-Drohnen Sea Baby angegriffen und ebenfalls außer Gefecht gesetzt.
Angriffe auf die Militärinfrastruktur
Neben maritimen Zielen griffen die ukrainischen Kräfte auch Objekte an, die russische Truppen für den Transport von Technik und die Führung von Kampfhandlungen nutzten. In der Nähe von Welikaja Nowoselka in der Region Donezk wurden ein Kommando- und Beobachtungspunkt sowie ein Führungspunkt des Gegners getroffen.
Zusätzlich wurden Drohnen-Führungspunkte in mehreren Gebieten angegriffen. Diese Angriffe zielen darauf ab, die Fähigkeiten der russischen Armee zur Führung von Kampfhandlungen zu verringern und ihre logistischen Ketten zu stören.
Vorherige Angriffe auf die „Schattenflotte'
Dies ist nicht der erste Fall, in dem ukrainische Kräfte Angriffe auf Schiffe der „Schattenflotte' durchführen. Zuvor wurden die Tanker Kairo und Virat getroffen, die nach Noworossijsk zur Beladung unterwegs waren. Beide Schiffe wurden außer Gefecht gesetzt. Der Tanker Kairo sollte nach Bulgarien geschleppt werden, ging jedoch später unter.
Der Generalstab betont, dass solche Angriffe systematisch sind und darauf abzielen, die wirtschaftliche und militärische Macht Russlands zu schwächen. Die Zerstörung von Schiffen, die an der Umgehung von Sanktionen beteiligt sind, trifft die Einnahmen des Kremls, die den Krieg finanzieren.
Bedeutung der Angriffe für die internationale Lage
Die Beschädigung von Tankern der „Schattenflotte' hat nicht nur militärische, sondern auch politische Bedeutung. Diese Schiffe tarnen oft ihre Zugehörigkeit und fahren unter Flaggen dritter Länder, wie zum Beispiel der Komoren. Angriffe auf sie zeigen die Fähigkeit der Ukraine, den Versuchen Russlands, internationale Beschränkungen zu umgehen, effektiv entgegenzuwirken.
Gleichzeitig zeigen die Angriffe auf Brücken und Kommandopunkte, dass die ukrainischen Kräfte weiterhin aktiv an Land operieren und die Logistik sowie die Führung russischer Truppen stören. Dies schafft zusätzliche Schwierigkeiten für den Gegner und verlangsamt seine Offensive.
Insgesamt belegen die kombinierten Angriffe auf maritime und terrestrische Objekte einen strategischen Ansatz der ukrainischen Verteidigung, der auf einen mehrstufigen Druck auf die russische Kriegsmaschine abzielt.