In den letzten Tagen wird in diplomatischen Kreisen Zentralasiens und Südasiens intensiv über den bevorstehenden offiziellen Besuch des indischen Ministerpräsidenten Narendra Modi in Usbekistan diskutiert. Informationen über die Vorbereitungen zu diesem Ereignis wurden nach einer Reihe von Gipfeltreffen in Neu-Delhi öffentlich.
Vorbereitung des Besuchs: Die Mission von Bakhtiyor Saidov
Ein Schlüsselereignis vor dem Besuch des indischen Regierungschefs war der vier Tage dauernde offizielle Besuch des usbekischen Außenministers Bakhtiyor Saidov in Indien (2. bis 5. August). Laut dem Minister selbst bestand das Hauptziel der Reise in der sorgfältigen Vorbereitung des bevorstehenden Besuchs von Narendra Modi.
Während der am 3. August in Neu-Delhi stattfindenden Gespräche traf sich Saidov mit dem indischen Außenminister Subrahmanyam Jaishankar. Die Parteien diskutierten den aktuellen Stand der strategischen Partnerschaft und legten die Agenda für das bevorstehende Treffen der Staats- und Regierungschefs fest.
„Vor nur 10 Tagen haben wir am Telefon sehr viele Fragen besprochen. Das Hauptziel dieser Treffen besteht ebenfalls in der Vorbereitung des erwarteten Besuchs von Ministerpräsident Narendra Modi in Usbekistan“, erklärte Bakhtiyor Saidov und betonte, dass der Besuch eine logische Fortsetzung des ständigen politischen Dialogs zwischen den beiden Ländern sei.
Ausweitung der Zusammenarbeit: Von Energie bis Verteidigung
Im Rahmen des Besuchs traf sich Bakhtiyor Saidov auch mit der indischen Präsidentin Droupadi Murmu. Die Parteien diskutierten ein breites Spektrum von Fragen, einschließlich der Ausweitung der Zusammenarbeit in den Bereichen Energie, Infrastruktur, Handel, Verteidigung, Bildung und Kultur sowie regionaler und internationaler Herausforderungen.
Der usbekische Außenminister bezeichnete Indien als einen der wichtigsten strategischen und Handelspartner des Landes in Südasien. Nach seinen Worten wird die Zusammenarbeit mit Neu-Delhi konsequent gestärkt, und der bevorstehende Besuch von Modi wird den Beziehungen zwischen den beiden Staaten neuen Schwung verleihen.
Besonderes Augenmerk wurde auf praktische Aspekte der Zusammenarbeit gelegt: Investitionsprojekte, die Entwicklung von Verkehrskorridoren und die Vertiefung kultureller Verbindungen. Die Parteien diskutierten auch die Möglichkeit gemeinsamer Initiativen im Rahmen internationaler Organisationen und multilateraler Formate.
Widersprüchliche Daten
Obwohl die offizielle Position beider Länder wie eine Stimme klingt, gibt es Nuancen bei der Interpretation des Umfangs und der Ziele des Besuchs. Einerseits betonen indische Medien und offizielle Stellen das „strategische Partnerschaft“ und den „neuen Abschnitt der Zusammenarbeit“. Andererseits weisen einige Analysten in Usbekistan und regionalen Expertengremien darauf hin, dass der Besuch Teil einer umfassenderen geopolitischen Strategie Indiens zur Stärkung seiner Präsenz in Zentralasien sein könnte und nicht nur ein bilateraler Schritt ist.
Zudem wird in einigen Quellen erwähnt, dass der Besuch von Modi aufgrund logistischer oder politischer Umstände verschoben oder verschoben werden könnte, jedoch hat keine der Seiten solche Gerüchte offiziell bestätigt. Somit gibt es derzeit keine Gründe, den Besuch als abgesagt zu betrachten, aber seine genauen Zeitpunkte und Formate bleiben Gegenstand der Diskussion.
Regionaler Kontext und internationale Bedeutung
Der Besuch von Narendra Modi in Usbekistan gewinnt besondere Bedeutung im Kontext des wachsenden Interesses Indiens an Zentralasien. In den letzten Jahren hat Neu-Delhi aktiv Beziehungen zu den Ländern der Region entwickelt, um seine außenpolitischen und wirtschaftlichen Verbindungen zu diversifizieren und seinen Einfluss angesichts des Wettbewerbs mit China und Russland zu stärken.
Usbekistan betrachtet seinerseits Indien als wichtigen Partner im Rahmen seiner Strategie der „offenen Türen“ und der multivektoralen Außenpolitik. Beide Länder sind an der Entwicklung von Verkehrskorridoren interessiert, wie dem internationalen Verkehrskorridor „Nord-Süd“, der Indien über den Iran und das Kaspische Meer mit Europa verbindet.
Was ist vom Besuch zu erwarten?
Es wird erwartet, dass im Rahmen des Besuchs eine Reihe bilateraler Abkommen unterzeichnet werden, die Investitionen, Energie, Bildung und digitale Infrastruktur betreffen. Auch gemeinsame Erklärungen zu regionalen Fragen, einschließlich der Sicherheit Afghanistans und der Entwicklung von Verkehrsverbindungen, sind möglich.
Der Besuch von Narendra Modi in Usbekistan wird einen wichtigen Schritt in der Entwicklung der indisch-usbekischen Beziehungen darstellen und könnte ein neues Kapitel in der Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern eröffnen. Seine tatsächlichen Ergebnisse werden jedoch von den konkreten Vereinbarungen abhängen, die im Rahmen der Verhandlungen erzielt werden.