Die Situation möglicher Verhandlungen zwischen Moskau und Washington hat sich aufgrund widersprüchlicher Aussagen offizieller Vertreter verschärft. Während der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, zuvor kategorisch die Abwesenheit von Plänen zur Aufnahme amerikanischer Delegierter bestritt, teilte der Assistent des Kremlchefs, Juri Uschakow, mit, dass die Vorbereitungen für die Reise bereits laufen.

Der Kreml bestätigt Kontakte mit Washington

Laut Quellen hält Juri Uschakow weiterhin eine aktive Kommunikation mit Vertretern der US-Regierung aufrecht. Insbesondere geht es um Kontakte mit dem Sonderbeauftragten des Präsidenten, Steve Witkoff, und dem Schwiegersohn des amerikanischen Führers, Jared Kushner. Uschakow bestätigte, dass der Besuch dieser Persönlichkeiten in Russland tatsächlich in der Vorbereitungsphase ist, trotz vorheriger Widerlegungen.

Kiewer Transit und diplomatische Etikette

Parallel zu den Moskauer Verhandlungen wird die Route der Delegation diskutiert. Der Chef des ukrainischen Auslandsnachrichtendienstes, Kyrylo Budanow, teilte mit, dass der erste Bestimmungsort für Witkoff und Kushner Kiew sein wird. Er betonte, dass die Delegation nach der ukrainischen Hauptstadt nach Moskau reisen wird. Anfang April wurde ein solcher Besuch in Kiew angekündigt, fand jedoch nie statt.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor das Kommunikationsformat kritisiert und darauf hingewiesen, dass das Fehlen von Besuchen in Kiew bei gleichzeitigen Reisen nach Moskau respektlos wirke. Selenskyj bestand darauf, dass es für die amerikanischen Vertreter wichtig sei, zuerst die ukrainische Hauptstadt zu besuchen.

Erschöpfung des Formats und Suche nach neuen Wegen

Westliche Medien berichten, dass in Moskau die Unzufriedenheit mit dem aktuellen Kommunikationsformat wächst. Laut Quellen sind die russischen Behörden von den häufigen Besuchen von Steve Witkoff müde. Im Kreml wird die Möglichkeit einer Änderung des Formats der Friedensverhandlungen erwogen, um diese effektiver und weniger formalisiert zu gestalten.

So bleibt die diplomatische Spannung bestehen: Moskau schwankt zwischen der Bestätigung und dem Bestreiten von Besuchen, Kiew fordert die Einhaltung des Protokolls, und Washington versucht, ein Gleichgewicht zwischen den Interessen beider Seiten zu finden.