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title: "Besuch von Xi Jinping in Pjöngjang: Peking mobilisiert, um die Kontrolle über Kim zurückzugewinnen"
description: "🇨🇳 Xi Jinping reiste nach Pjöngjang, was als Antwort auf die Annäherung der DVRK an Russland gesehen wird. 🇷🇺 Peking möchte die Kontrolle über das nordkoreanische Regime zurückgewinnen und sich als regionaler Führer präsentieren. 🌍 Der Besuch hat einen globalen Kontext und stellt eine Herausforderung für die USA dar."
date: 2026-06-08T21:58:00.000Z
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# Besuch von Xi Jinping in Pjöngjang: Peking mobilisiert, um die Kontrolle über Kim zurückzugewinnen

![Xi Jinping und Kim Jong Un bei Treffen in Pjöngjang: Peking verstärkt Kontrolle über Nordkorea](https://xab.info/media/2026/06/08/vizit-si-czinpina-v-penyan-pekin-tryaetsya-vernut-kontrol-nad-kimom/vizit-si-czinpina-v-penyan-pekin-tryaetsya-vernut-kontrol-nad-kimom-1.webp)

In Pjöngjang entfaltet sich eine geopolitische Dramatik, die die Welt als Zeugen hat. Der chinesische Staatsführer Xi Jinping unternahm einen offiziellen Besuch in Nordkorea und wurde damit zum ersten chinesischen Staatschef, der das Land seit 2019 besucht hat. Dieser Schritt ist jedoch nicht nur ein diplomatischer Ritualakt. Es ist Pekings Antwort auf die rasche Annäherung Pjöngjangs an Moskau und ein Versuch, verlorene Positionen in der Region zurückzugewinnen.

### Dringender Besuch und Pekings Besorgnis

Die Erwartungen der Analysten wurden nicht erfüllt: Der Besuch, der ursprünglich für den 11. Juli – zum 65. Jahrestag des Freundschaftsvertrags zwischen der VR China und der DVRK – geplant war, fand einen Monat früher statt. Diese Eile zeugt nach Ansicht von Experten von einer ernsthaften Besorgnis Pekings. Russland und die DVRK entwickeln aktiv Handels- und Militärbeziehungen, und China befürchtet, dass sein Einfluss auf das nordkoreanische Regime nachlässt.

Professor Chu Jae-woo von der Kyung Hee University betont: „Kim strebt seit einigen Jahren sehr aktiv danach, seine Beziehungen zu Russland zu verbessern, und China hat eindeutig das Gefühl, zurückzufallen.“ Xi Jinping reiste nach Pjöngjang, um den Status des wichtigsten Partners zu bestätigen und einen vollständigen Abfall der DVRK in die Umlaufbahn des Kremls zu verhindern.

### „Unerschütterliche Freundschaft“ und wirtschaftlicher Impuls

In der staatlichen Zeitung Nordkoreas „Rodong Sinmun“ wurde ein Schreiben von Xi Jinping veröffentlicht, in dem er erklärte: „Unabhängig davon, wie sich die Zeiten ändern oder die internationale Lage entwickelt, bleibt die traditionelle Freundschaft zwischen China und Nordkorea unerschütterlich, stark und strahlt ständig Lebenskraft aus“.

Diese Worte werden durch Taten untermauert. In den letzten zwei Jahren ist das BIP der DVRK um 3 % gestiegen, zum großen Teil dank der Erlaubnis Pekings für einen großangelegten Export über die Grenze. Chinesische Touristen begannen, die Resorts von Kim Jong-un massenhaft zu besuchen und dort beträchtliche Summen auszugeben. Dies ist nicht nur wirtschaftliche Unterstützung, sondern auch eine Demonstration der Loyalität.

### Streben nach internationaler Anerkennung

Kim Jong-un sieht in China und Russland den Schlüssel zum Ausbruch aus der internationalen Isolation. Laut Professor Chu möchte der nordkoreanische Führer ein vollwertiges Mitglied multilateraler Programme wie der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) und der BRICS-Allianz werden. Die Teilnahme an diesen Zusammenschlüssen würde Pjöngjang den Status und die Anerkennung verschaffen, die ihm fehlen.

China und Russland könnten für Kim eine Brücke zum Globalen Süden sein und neue Möglichkeiten für Diplomatie und Handel eröffnen. Dies ist besonders wichtig angesichts der anhaltenden westlichen Sanktionen gegen das Regime.

### Globaler Kontext und Herausforderung für die USA

Der Besuch von Xi Jinping hat auch einen globalen Kontext. Der ehemalige Politiker Kim Sang-woo ist der Ansicht, dass China sich als einer der beiden Weltführer präsentieren möchte, was eine direkte Herausforderung für die Vereinigten Staaten darstellt. Xi Jinping bestrebt sich zu beweisen, dass China der Hegemon im indo-pazifischen Raum ist, und deutet an, dass die Verlässlichkeit der USA für Verbündete abnimmt.

Diese Botschaft richtet sich an Südkorea, Japan, Indien und Australien – Länder, die sich traditionell auf den amerikanischen Schutz verlassen haben. Gleichzeitig profitiert Pjöngjang: Kim zeigt der Welt, dass China ihm 100-prozentige Unterstützung gewährt, was die Positionen des nordkoreanischen Regimes stärkt.

### Atomprogramm und verfassungsrechtliche Änderungen

Kim Jong-un fördert und stärkt sein Atomprogramm aktiv. Die DVRK erklärte, sie werde niemals auf den Status einer Atommacht verzichten. Die IAEA berichtete von verstärkter Aktivität in den Atomobjekten Nordkoreas. Darüber hinaus hat die DVRK Änderungen in die Verfassung eingefügt, die einen automatischen Atomangriff im Falle des Todes des Staatsführers infolge eines Angriffs eines fremden Staates vorsehen.

Xi Jinping ist bereit, genau jetzt einzugreifen. Er sieht, dass die Versuche Russlands, mehr ukrainisches Territorium zu erobern, weniger erfolgreich werden. China möchte sichergehen, dass Pjöngjang in seiner Einflussbahn bleibt, unabhängig vom Ausgang des Krieges in Europa.

Der Besuch von Xi Jinping in Pjöngjang ist nicht nur ein diplomatischer Gestus. Es ist ein strategischer Zug, der darauf abzielt, das Kräftegleichgewicht in der Region zu erhalten und die Position Chinas als globalen Akteur zu stärken. Für Kim Jong-un ist dies eine Chance, Unterstützung von zwei Weltmächten zu erhalten und die Isolation zu durchbrechen. Für Peking ist es eine Möglichkeit, eine Stärkung Russlands in der Region zu verhindern und die Kontrolle über das nordkoreanische Regime zu behalten.