Der Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Ukraine, Alexander Syrskyj, zog die Bilanz der Kampfhandlungen im Mai. In seinem Bericht nannte er die wichtigsten Zahlen, die die aktuelle Dynamik des Konflikts charakterisieren: Die ukrainische Seite gelang es, mehr Territorium zu befreien als zu verlieren, und führte erstmals Angriffe auf strategische Objekte in der russischen Hauptstadt durch.

Territoriale Bilanz: Ein Sieg in Zahlen

Obwohl Syrskyj die Lage an der Front als schwierig und dynamisch beschreibt, fielen die Endergebnisse des Monats zugunsten der Ukraine aus. Nach seinen Worten versucht der Gegner weiterhin, sich im Osten und Süden des Landes vorzudrängen, und die Anzahl der Kampfhandlungen hat sich erheblich erhöht. Die heftigsten Kämpfe finden weiterhin in den Richtungen Pokrowsk, Alexandrowka und Gulajpole statt.

Doch die ukrainischen Truppen behielten die Initiative an bestimmten Abschnitten. Als Ergebnis der aktiven Aktionen im Mai steht das Verhältnis von befreitem zu verlorenem Territorium bei fast +100 Quadratkilometern zugunsten der Streitkräfte der Ukraine. Betrachtet man den gesamten Zeitraum seit Jahresbeginn, hat die ukrainische Armee mehr als 600 Quadratkilometer Land befreit.

Angriffe auf Moskau und wirtschaftlicher Schaden

Ein besonderer Schwerpunkt im Bericht lag auf Operationen des tiefen Schlages (Deep Strike). Syrskyj erklärte, dass die ukrainischen Truppen im Laufe des Monats Tausende von erfolgreichen Schlägen gegen militärische Objekte des Gegners geführt haben. Die direkten und indirekten wirtschaftlichen Verluste, die Russland im Mai zugefügt wurden, werden auf 1,058 Milliarden Dollar geschätzt.

Das Hauptereignis des Monats war die Durchführung einer Serie erfolgreicher Angriffe auf Objekte des militärisch-industriellen und des Energiekomplexes auf dem Gebiet von Moskau und der Region Moskau. Der General betonte, dass dies die erste Umsetzung solcher Angriffe im Rahmen eines einheitlichen Konzepts war.

Arbeit der Luftabwehr und der Marine

Die Luftabwehrkräfte der Ukraine zerstörten im Mai mehr als 59.000 Luftziele und schlugen 25 Raketen- und Luftangriffe ab. Gleichzeitig stellte Syrskyj fest, dass der Bedarf an zusätzlichen modernen Luftabwehrsystemen und dazugehörigen Raketen nach wie vor besteht.

Die Marinekräfte sicherten die Sicherheit des zivilen Schiffsverkehrs und führten etwa 1.500 Operationen durch. Dank dessen konnte der sichere Durchgang von 633 Schiffen in die Häfen des „Großen Odessa'-Gebiets und des Flusses Donau gewährleistet werden.

Kontext: Angriff auf Kronstadt

Die Aktivität der ukrainischen Armee beschränkte sich nicht auf die Ereignisse im Mai. Auch eine Erinnerung an jüngste Aktionen wurde im Kontext des Berichts erwähnt: Am 3. Juni griff die Ukraine Schiffe im Hafen von Kronstadt in der Nähe von Sankt Petersburg an. Der Angriff erfolgte am Tag der Eröffnung des St. Petersburger Internationalen Wirtschaftsgipfels.

Der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine und das Kommando der Spezialkräfte teilten mit, dass Schiffe und die Hafeninfrastruktur unter Beschuss gerieten. Satellitenbilder dokumentierten die Folgen des Drohnenangriffs in einer Entfernung von etwa 1.100 km von der ukrainischen Grenze.