Der Mitbegründer von Microsoft, Bill Gates, hat erstmals öffentlich Details zu seinen Kontakten mit dem verurteilten Pädophilen Jeffrey Epstein preisgegeben. Am 10. Juni gab der Milliardär vor einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses, das eine umfassende Untersuchung der Handlungen des Justizministeriums im Fall Epstein und seiner Komplizin Ghislaine Maxwell durchführt, eine vertrauliche Aussage ab.
Geständnis eines Fehlers und Unwissenheit
Während der Anhörung gab Gates zu, dass seine Kontakte zum Finanzier ein Fehler waren, betonte jedoch, dass er sich damals des wahren Ausmaßes der Verbrechen Epsteins nicht bewusst war. Laut dem Milliardären war er nie Zeuge illegaler Handlungen von Epstein persönlich, erkannte jedoch später, dass sein Vertrauen gegen ihn verwendet wurde.
Details der Erpressung
Einer der schockierendsten Aspekte der Aussage war das Eingeständnis von Gates, dass Epstein versuchte, ihn mit Informationen über außereheliche Affären zu erpressen. „Epstein versuchte, Informationen über meine Untreue sowie eine Reihe falscher Behauptungen zu nutzen, um mich zu zwingen, die Kontakte mit ihm wieder aufzunehmen', erklärte Gates. Dies erklärt, warum die Kontakte zwischen ihnen trotz der Verurteilung Epsteins im Jahr 2008 fortgesetzt wurden.
Kontext der Untersuchung
Die Anhörung wurde nach dem Auftauchen neuer Dokumente eingeleitet, die Details der Interaktion Epsteins mit einflussreichen Persönlichkeiten enthüllen. Der Ausschussvorsitzende James Comer lud Gates speziell im Zusammenhang mit diesen Materialien zur Aussage ein. Laut den Dokumenten traf sich Epstein nach seiner Haftstrafe im Jahr 2008 wiederholt mit Gates, um Wohltätigkeitsprojekte zu besprechen.
Gates hatte diese Treffen zuvor als Versuche erklärt, zusätzliche Finanzierung für globale humanitäre Programme zu finden. Jetzt gibt er jedoch zu, dass er nicht vollständig verstand, mit wem er es zu tun hatte.
Die Geschichte des Epstein-Falls
Jeffrey Epstein bekannte sich 2008 schuldig, Minderjährige zur Prostitution gezwungen zu haben, und verbüßte 13 Monate Haft. 2019 wurden ihm neue Anklagen wegen Menschenhandels mit Minderjährigen zu sexuellen Zwecken erhoben, denen er jedoch nicht zustimmte. Vor Beginn des Prozesses starb Epstein im Gefängnis; sein Tod wurde offiziell als Selbstmord eingestuft.
Die Untersuchung betrifft auch den Namen des US-Präsidenten Donald Trump, der in den Akten des Falls wiederholt erwähnt wurde. In entlassenen Dokumenten des US-Justizministeriums wurde unter anderem von einer Bekanntschaft Trumps mit einem 14-jährigen Mädchen in seinem Resort Mar-a-Lago in Florida berichtet.
Bedeutung der Aussagen
Die Aussagen von Bill Gates waren ein wichtiger Schritt in der Untersuchung, da sie bestätigen, dass selbst die einflussreichsten Personen Opfer der Manipulationen Epsteins werden konnten. Dies unterstreicht auch die Notwendigkeit einer strengeren Kontrolle der Handlungen des Justizministeriums und anderer staatlicher Organe in solchen Fällen.