Dem neuen Bericht des Internationalen Instituts für Strategieforschung (IISS), der auf Einschätzungen des US-Nachrichtendienstes basiert, könnten China und Russland ihre Bestände an Hyperschallwaffen in den nächsten neun Jahren erheblich ausbauen. Bis 2035 könnte Peking über einen Arsenal von etwa 4.000 Hyperschallraketen verfügen, während Moskau rund 1.000 Einheiten besitzen könnte.
Aktueller Stand und Wachstumsprognosen
Laut aktuellen Analysen verfügt China derzeit über etwa 600 Hyperschallraketen, während der russische Arsenal auf 200 bis 300 Einheiten geschätzt wird. Zu den bereits im russischen Arsenal vorhandenen Systemen gehören die 3M22 „Zirkon“, die X-47M2 „Kinzhal“ und „Awangard“.
Die Prognosen für das Jahr 2035 deuten auf einen erheblichen Anstieg dieser Werte hin. Es wird erwartet, dass die Anzahl der chinesischen Hyperschallraketen, einschließlich zukünftiger Systeme wie der DF-27, die Marke von 4.000 erreichen wird. Der russische Arsenal könnte sich laut Berechnungen auf 1.000 Einheiten erhöhen.
Langstreckenwaffen und andere Raketentypen
Der Bericht befasst sich auch mit der Entwicklung von Langstrecken-Raketen der Klasse „Luft-Luft“. Russland verfügt derzeit nach Schätzungen über 300 bis 600 solcher Raketen, darunter wahrscheinlich die R-33 und R-37M. China könnte über etwa 1.000 Einheiten dieser Klasse verfügen.
Bis 2035 wird prognostiziert, dass die Anzahl der Langstrecken-Raketen der Klasse „Luft-Luft“ in Russland auf 1.000 und in China auf 5.000 steigen wird.
Neben Hyperschall- und Langstreckensystemen sagen Analysten eine Erweiterung anderer Waffenkategorien in China voraus:
- Bodenbasierte Interkontinentalraketen: Anstieg von 400 auf 700 Einheiten.
- Ballistische Raketen mit U-Boot-Basis: Erhöhung von 72 auf 132 Einheiten.
- Kreuzfahrtraketten mit Luft- und Seebasis: Anstieg von derzeit 1.000 auf 5.000. Geplant ist ihr Einsatz auf Oberflächenschiffen, U-Booten und strategischen Bombern vom Typ H-6.
Genauigkeit der Prognosen und Reaktion der USA
Das IISS betont, dass langfristige Einschätzungen des Nachrichtendienstes nicht immer zutreffen und oft auf Worst-Case-Szenarien basieren. Als Beispiel wird die Ramsfeld-Kommission von 1998 angeführt, die fälschlicherweise die Entwicklung von Interkontinentalraketen durch Iran und Nordkorea innerhalb von fünf Jahren prognostiziert hatte.
Trotzdem beeinflussen diese Daten bereits die Verteidigungsplanung der USA. Im Februar 2026 schloss das Pentagon ein Abkommen mit dem Unternehmen RTX zur Erhöhung der Produktion der Abfangraketen SM-3 Block IIA und SM-3 Block IB. Darüber hinaus plant das US-Verteidigungsministerium in den kommenden Jahren den Kauf von:
- Bis zu 10.000 bodenbasierten Kreuzfahrtraketten.
- 4.300 luftgestützten Kreuzfahrtraketten.
- Bis zu 12.000 kostengünstigen Hyperschallraketen „Black Beard“.
Vor dem Hintergrund dieser Prognosen ist auch die Entwicklung der Weltraumprogramme zu beachten. Das chinesische wiederverwendbare Weltraumflugzeug Shenlong, eines der am strengsten gehüteten Geheimnisse Pekings, hat kürzlich ein unbekanntes Objekt in die Erdumlaufbahn gebracht. Experten vermuten, dass es sich um einen miniaturisierten Aufklärungssatelliten handeln könnte, doch die chinesischen Behörden geben traditionell keine Details zur Mission oder zum Zweck des Geräts preis.