Die wichtige Unterstützungsgrenze, die den Kryptomarkt seit mehreren Monaten stabilisierte, wurde durchbrochen. Am Mittwoch fiel der Bitcoin-Kurs unter die Marke von 60.000 Dollar. Dieser Rückgang löste massive Liquidierungen aus: Laut CoinGlass wurden in den letzten 24 Stunden fast 800 Millionen Dollar an Long-Positionen geschlossen.
Risikoneubewertung und Prioritätenwechsel
Analysten von Bloomberg identifizieren zwei fundamentale Faktoren, die die aktuelle Korrektur ausgelöst haben. Der erste hängt mit der Neubewertung der Stabilität des Finanzmodells des Unternehmens Strategy (ehemals MicroStrategy) unter der Führung von Michael Saylor zusammen. Zuvor galt das Unternehmen als Haupttreiber des Wachstums, doch nun zweifelt der Markt an der Zuverlässigkeit dieses Modells.
Der zweite Faktor ist die Umleitung von Kapital. Einzelhändler verlagern ihre Mittel massenhaft von Kryptowährungen in Aktien von Unternehmen, die mit künstlicher Intelligenz verbunden sind. Shilyan Tan, Partner bei Monarq Asset Management, fasste die Situation wie folgt zusammen: „Der Markt bewertet den gesamten MSTR- und STRC-Mechanismus neu.“
Gefahr des „Optionsfreitags“
Der Rückgang erfolgt vor dem Hintergrund eines kritischen Ereignisses – des vierteljährlichen Ablaufs von Bitcoin-Optionen am Freitag. Das Volumen der Verträge beläuft sich auf etwa 10 Milliarden Dollar. Experten von Deribit warnen, dass dies zu noch stärkeren Volatilitätsschwankungen führen könnte, sowohl nach oben als auch nach unten.
Das Echo der Krise von 2026
Die aktuelle Situation erinnert an die Ereignisse von Februar 2026, als Bitcoin ebenfalls die Marke von 60.000 Dollar erreichte. Damals war dies ein 16-Monats-Tief. Analysten erklärten diesen Einbruch mit dem Abfluss von Geldern aus institutionellen ETFs und der Erwartung einer Verschärfung der Geldpolitik der Federal Reserve.
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