Die Welt der ferngesteuerten Luftfahrt ist von neuen Errungenschaften erschüttert. Ein Team australischer Ingenieur-Blogger, Aidan Kelly und Ben Biggs, hat sein neues Projekt vorgestellt – den Blackbird-Quadrokopter. Dieses Gerät konnte die aktuellen Weltrekordwerte für die Geschwindigkeit von Drohnen deutlich übertreffen.

Ingenieurtechnischer Durchbruch: gezackte Rotoren

Das Hauptgeheimnis des Erfolgs von Blackbird war die radikale Überarbeitung des Propellersystems. Die Ingenieure verzichteten auf Standardlösungen und setzten stattdessen auf Kohlefaserrotoren mit hohem Pitch und einer einzigartigen gezackten Vorderkante. Genau diese Geometrie ermöglichte es, die maximale Geschwindigkeit des Geräts im Vergleich zu Vorläufermodellen um fast 80 km/h zu erhöhen.

Der Kern der Innovation liegt in der Aerodynamik. Die gezackte Konstruktion zwingt den Luftstrom, streng entlang der Schaufel zu fließen. Dies reduziert den Luftwiderstand drastisch, der bei herkömmlichen Propellern durch die seitliche Verdrängung der Luft entsteht.

Extremtests und der Preis des Rekords

Um solche Geschwindigkeiten zu erreichen, musste die Technik an ihre Grenzen gehen. Das elektrische System der Drohne hielt einen Strom von 400 Ampere für 10 Sekunden aus. Dies führte zu einer kritischen Überhitzung: Die Akkus begannen sofort nach der Landung zu rauchen.

Die Tests fanden unter schwierigen Wetterbedingungen statt. Starker Wind mit Böen von bis zu 60 km/h zwang das Team, eine Serie von Starts in entgegengesetzte Richtungen durchzuführen, um ein objektives Durchschnittsergebnis zu berechnen. Trotz einer harten Landung und Schäden blieb die Konstruktion der Drohne reparaturfähig.

Mängel und Perspektiven

Die Entwickler geben ehrlich zu, dass das System einen erheblichen Nachteil hat. Bei niedrigen Drehzahlen sinkt die Effizienz der gezackten Propeller erheblich, was während des Starts eine extreme Belastung für die Stromversorgungen darstellt.

Derzeit gilt das Ergebnis als inoffiziell, da kein zertifizierter Beobachter des Guinness-Buchs der Rekorde anwesend war. Der offizielle Titel gehört derzeit noch Mike und Luke Bell aus Südafrika, deren Wert bei 657,59 km/h liegt.

Wichtig ist, dass die Autoren des Projekts planen, die Technologie für die Community zu öffnen. In Kürze startet auf ihrer Website eine Vorbestellung für detaillierte digitale Pläne des Blackbird. Die meisten Elemente des Gehäuses sind für den Druck auf herkömmlichen FDM-3D-Druckern angepasst, während komplexe Komponenten wie benutzerdefinierte Platinen und Kohlefaser bei spezialisierten Lieferanten bestellt werden können. Experten sagen bereits voraus, dass die Idee mit den gezackten Propellern von Herstellern kommerzieller und militärischer UAVs übernommen werden könnte.