Die ukrainischen Streitkräfte verfügen derzeit nicht über die technischen Mittel, um Starts der russischen ballistischen Rakete „Orechnik“ eigenständig zu verfolgen. Dies erklärte der Senior-Analyst des Ukrainischen Zentrums für Sicherheit und Zusammenarbeit, Anton Zemljanoi, in einem Kommentar an RBC-Ukraine. Trotz des Fehlens eigener Erkennungssysteme in den erforderlichen Höhen erhält Kiew operative Informationen über die Bedrohung von westlichen Partnern.

Technische Sackgasse: Höhe und Reichweite

Das Hauptproblem liegt in den physikalischen Grenzen der vorhandenen Ausrüstung. Bestehende ukrainische Radarsysteme, insbesondere die AN/MPQ-65, können Ziele in einer Entfernung von 160–180 Kilometern und in einer Höhe von 30–36 Kilometern erfassen. Ballistische Mittelstreckenraketen, zu denen der „Orechnik“ gehört, steigen jedoch deutlich höher auf.

Laut dem Experten können ukrainische Systeme die Rakete nur dann erfassen, wenn sie bereits in den Bereich der Radaranlagen eintritt. Dies ist praktisch die Endphase des Fluges, in der nur noch kritisch wenig Zeit für eine Reaktion bleibt.

Westliche Aufklärung als Sicherheitsgrundlage

Da die eigene Technik die Flugbahn nicht auf der gesamten Strecke verfolgen kann, verlässt sich die Ukraine auf Aufklärungssysteme westlicher Partner. Diese liefern Daten zur Vorbereitung von Starts des „Orechnik“ und anderer ballistischer Raketen.

Dank dieser Informationen können die Luftstreitkräfte der Streitkräfte der Ukraine die Bevölkerung und militärische Einheiten warnen, noch bevor die Rakete die Frontlinie überschreitet oder in den Luftraum des Landes eindringt. Das militärisch-politische Führungspersonal erhält zusätzliche Informationen durch Agenturaufklärung, was es ermöglicht, die Pläne des Gegners im Voraus zu kennen.

Risiko von Desinformation in sozialen Medien

Der Analyst mahnt Bürger und Militärangehörige an, sich ausschließlich auf offizielle Mitteilungen der Luftstreitkräfte der Streitkräfte der Ukraine, Regierungsvertreter und ausländische Partner zu verlassen. Zemljanoi warnte davor, dass Überwachungs-Telegram-Kanäle häufig Fehler machen und die erhaltenen Informationen falsch interpretieren.

Als Beispiel führte der Experte eine Situation an, in der die Luftstreitkräfte vor einer ballistischen Bedrohung warnten, ohne den Raketentyp zu spezifizieren. In Wirklichkeit könnte es sich um den Einsatz von S-400-Systemen gehandelt haben, doch in den sozialen Medien wurde sofort über einen Start des „Orechnik“ spekuliert, was die Menschen in die Irre führt.