Der Produktleiter von Bluesky, Alex Benz, hat eine bedeutende Ankündigung zur Zukunft der Plattform gemacht. Bis Ende 2026 wird ein neues, umfassendes Tool namens „Gemeinschaften' (Communities) eingeführt. Dieses Update soll die Art und Weise, wie Nutzer miteinander interagieren, transformieren und dabei das Problem überladener Feeds sowie eintönigen Inhalts lösen.
Vom Allgemeinen zum Besonderen: Warum Gemeinschaften notwendig sind
Derzeit ist Bluesky ein großer, offener Raum, in dem alle alles sehen. Die neue Funktion wird kleinere Räume innerhalb der Plattform schaffen, die es ermöglichen, sich mit Menschen zu vertiefen, die an denselben Themen interessiert sind. Das Hauptziel besteht darin, Nutzer davon zu befreien, alle ihre Follower mit Nachrichten zu spammen, die nur für einen engen Kreis interessant sind.
Die Entwickler haben zwei Hauptzugangsarten für Gruppen vorgesehen:
- Auf Einladung: Der Zugang wird von den Gründern gesteuert, was eine Kontrolle über die Zusammensetzung der Zielgruppe ermöglicht.
- Vollständig privat: Vor der Öffentlichkeit verborgene Gruppen, die nach dem Prinzip geschlossener Clubs funktionieren.
Gestaltungsfreiheit und eindeutige Adressen
Jede Gemeinschaft erhält einen eigenen kurzen Namen, der gleichzeitig als Internetadresse (Link) dient. Der entscheidende Unterschied zu Wettbewerbern liegt jedoch im visuellen Bereich. Die Ersteller der Gruppen werden nicht durch ein Standardlayout des sozialen Netzwerks eingeschränkt. Die Entwickler versprechen Tools für ein komplettes Redesign, sodass jede Gruppe ihren eigenen einzigartigen Stil und das eigene Design der Hauptseite hat.
Lösung des Algorithmus-Problems
Die Einführung von Gemeinschaften soll das Hauptproblem von Bluesky lösen: die Eintönigkeit der Empfehlungen. Derzeit schlägt der Algorithmus des Haupt-Discover-Feeds Nutzern oft Inhalte vor, die inhaltlich oder politisch ähnlich sind, wodurch es schwierig ist, neue interessante Autoren zu finden.
Nach dem Start des Updates werden Beiträge aus Gruppen, denen sich die Nutzer angeschlossen haben, im Empfehlungsfeed erscheinen. Dies wird ihn lebendiger und vielfältiger machen. Gleichzeitig werden die Gruppen keine isolierten Chats – sie bleiben Teil des offenen Raums, in dem man leicht neue Menschen mit ähnlichen Ansichten trifft. Für diejenigen, die nichts Wichtiges verpassen wollen, wird die Möglichkeit hinzugefügt, direkte Benachrichtigungen über neue Beiträge in einer bestimmten Gemeinschaft zu aktivieren.
Open Source versus geschlossene Plattformen
Versuche, Gruppen innerhalb von Kurz-Mikroblogs zu erstellen, gab es bereits. Zu seiner Zeit hat Twitter (heute X) eine ähnliche Funktion eingeführt, doch nach dem Eigentümerwechsel der Plattform wurde dieses Tool vernachlässigt und letzten Monat schließlich vollständig abgeschaltet.
Bei Bluesky sieht die Situation anders aus. Rund um die Plattform hat sich eine kleine, aber sehr aktive Gemeinschaft unabhängiger Entwickler versammelt. Die Führung des sozialen Netzwerks entwickelt die Gemeinschaftsfunktion mit offenem Quellcode. Das bedeutet, dass externe Programmierer diese Idee aufgreifen und darauf aufbauend zahlreiche nützliche Anwendungen, Verbesserungen und alternative Clients erstellen können, was die Weiterentwicklung der Funktion auch langfristig garantiert.