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title: "Blut statt Munition: Wie «Epizentr» Leben an der Front rettet"
description: "Blut an der Front ist eine Ressource, die nicht weniger wichtig ist als Munition. Die Mitarbeiter von «Epizentr» haben in zwei Jahren fast 500 Liter Blut gespendet und die Blutspende zu einem systematischen Projekt gemacht. Ärzte berichten, wie sie unter extremen Bedingungen Leben retten und warum die Unterstützung im Hinterland für den Sieg kritisch wichtig ist. 🩸🇺🇦"
date: 2026-06-16T06:34:00.000Z
lang: de
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publisher: "XAB.info"
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# Blut statt Munition: Wie «Epizentr» Leben an der Front rettet

![Blutspender spenden Blut in einem mobilen Spendepunkt, organisiert von 'Epicenter' zur Unterstützung von verwundeten Soldaten an der Front](https://xab.info/media/2026/06/16/donorskaya-krov-na-peredovoy-kak-epitsentr-spasaet-zhizni/donorskaya-krov-na-peredovoy-kak-epitsentr-spasaet-zhizni-1.webp)

Unter den Bedingungen eines modernen Krieges wird Spenderblut zu einer strategischen Ressource, die an Bedeutung mit Waffen und Munition gleichzusetzen ist. Dieses kritische Bedürfnis verstehend, hat das Unternehmen «Epizentr» einmalige Aktionen in ein systematisches Corporate-Project verwandelt. Gemeinsam mit dem Blutspendezentrum der Streitkräfte der Ukraine und dem Wohltätigkeitsfonds «Kolo» organisiert der Einzelhändler regelmäßige Blutspendetermine, um das medizinische Personal mit lebenswichtigem Material zur Rettung von Verwundeten zu versorgen.

### Systematischer Ansatz zur Rettung von Leben

Für «Epizentr» ist dies bereits die siebte großangelegte Blutspende. In den letzten zwei Jahren haben die Mitarbeiter des Unternehmens fast 500 Liter Blut gespendet. Diese Mengen helfen Ärzten, in den schwierigsten Momenten schnell Leben von Soldaten und Zivilisten zu retten. Die Aktionen finden im Rahmen des großangelegten Unternehmensprojekts «Wir retten Leben» statt, das seit Kriegsbeginn darauf abzielt, das medizinische Personal sowohl im Hinterland als auch an der Front zu unterstützen.

Der Initiator der Umwandlung von einmaligen Aktionen in eine systematische Arbeit war der Berater des Generaldirektors für sanitär-hygienische und epidemiologische Fragen, Oleh Kostenko. Der Mediziner und Epidemiologe mit über 40 Jahren Erfahrung erklärt, dass ein Unternehmen mit 40.000 Mitarbeitern einfach nicht zur Seite stehen konnte.

«Unsere Mitarbeiter werden ebenfalls zu den Streitkräften eingezogen. Sie kämpfen, werden verwundet, und wir sehen, mit welchen medizinisch-sozialen und psychologischen Problemen sie danach konfrontiert sind. Dann habe ich festgestellt, dass wir in unserem Land große Probleme mit Blut haben», erzählt Kostenko.

### Die Realität der Frontmedizin

Laut Angaben von Ärzten ist Blut heute eine ebenso kritisch notwendige Ressource für die Streitkräfte wie Munition oder Militärfahrzeuge. Der Bedarf ist konstant, und Blutspenden finden sogar direkt an der Front statt. Manchmal werden Blut und Instrumente den Soldaten mit Hilfe von Drohnen zugeführt.

Unter Feldbedingungen ist die Einhaltung der Regeln für Asepsis und Antisepsis extrem schwierig, aber die Ärzte tun alles Mögliche. Kostenko betont die Wichtigkeit einer rechtzeitigen Bluttransfusion: Jeder Soldat hat einen Tourniquet, aber dieser darf nicht länger als eineinhalb Stunden angelegt bleiben, sonst beginnt der Gewebenekrose. Eine rechtzeitige Bluttransfusion ist die einzige Chance, einen Menschen vom Tod zurückzuholen.

Die Situation an der Front kann kritisch sein. Es gab Fälle, in denen versehentlich eine Hrywnja-Münze unter den Tourniquet geriet. Aufgrund der Schieflage der Münze wurde das Gefäß nicht vollständig abgedrückt, die Person verlor eine enorme Menge Blut und starb. Unter solchen extremen Bedingungen müssen Militärsärzte an der Grenze ihrer Möglichkeiten arbeiten.

### Das Ausmaß der korporativen Nächstenliebe

Die Idee des systematischen Blutspendens entstand vor etwa zwei Jahren. Der erste Blutspendetag fand im Hauptquartier des Unternehmens statt, und die Anzahl der Freiwilligen überstieg die technischen Möglichkeiten der Ärzte, die täglich bis zu 120 Personen aufnehmen konnten. Die Fahrpläne der Spezialisten sind monateweit im Voraus festgelegt, daher wandte sich «Epizentr» auf eigene Initiative an das Blutspendezentrum und bot seine Hilfe an.

Das Blutspendezentrum unterstützte die Idee und sah im Einzelhändler einen verlässlichen Partner. Nach der ersten Veranstaltung fragten Kollegen, wann die nächste Aktion stattfinden würde. In zwei Jahren wurden etwa sieben Aktionen durchgeführt, die Zahl der Freiwilligen überstieg tausend Menschen. In den ersten Tagen wurde das Limit der Ärzte so stark überschritten, dass einige Mitarbeiter enttäuscht waren, weil sie nicht zur Spende kommen konnten.

Vor Beginn der Corporate-Aktionen spendeten viele Mitarbeiter Blut individuell oder als Paare und besuchten die Blutspendezentren in Syrets oder im Okhmatdet. Jetzt hat das Unternehmen die Bedingungen geschaffen, um diesen Prozess direkt am Arbeitsplatz massenhaft und zugänglich zu machen und die Nächstenliebe zur treibenden Kraft im Hinterland zu machen.