Bei der internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung ILA Berlin in Berlin vollzog Boeing einen echten technologischen Durchbruch, indem er die aktualisierte Version seines autonomen unbemannten Flugzeugs vorstellte – den MQ-28 Ghost Bat Block 3. Während frühere Modifikationen primär als Aufklärungsplattformen positioniert wurden, verändert die neue Version die Spielregeln grundlegend und verwandelt den Drohnen in ein vollwertiges Kampfflugzeug.
Interne Waffenfächer: Exklusiv für „Stealths“
Die wichtigste ingenieurtechnische Entscheidung in der Version Block 3 war die Integration von zwei internen Waffenfächern direkt in den Rumpf. Dies ist ein entscheidender Schritt, der zuvor nur bemannten Kampfflugzeugen der fünften Generation vorbehalten war. Die Platzierung von Raketen im Inneren des Rumpfes und nicht an externen Aufhängungen ermöglicht es, eine geringe Radarunterdrückung beizubehalten. Dank dieser Eigenschaft kann die Drohne in abgeschlossene Luftverteidigungszonen des Gegners eindringen und bleibt dabei für Radare praktisch unsichtbar.
Der erste autonome Abfangangriff der Welt
Die Fähigkeit des MQ-28, echte Kampfhandlungen zu führen, wurde bereits in der Praxis bestätigt. Während gemeinsamer Tests mit der Royal Australian Air Force zerstörte die Drohne, in Verbindung mit dem Aufklärungsflugzeug E-7A Wedgetail und dem Kampfflugzeug F/A-18F Super Hornet, erfolgreich ein Luftziel mit einer AMRAAM-Rakete. Dieses Ereignis war historisch: Zum ersten Mal weltweit führte eine Drohne einen autonomen Abfangangriff auf ein Ziel außerhalb der visuellen Reichweite durch.
Leistungsstarkes Hardware-Upgrade und Reichweite
Die Modifikation Block 3 erhielt wesentliche Änderungen an der Konstruktion des Flugzeugs und des Antriebsstrangs. Die Ingenieure vergrößerten die Flügelspannweite um 25 %, was die Installation zusätzlicher Treibstofftanks ermöglichte. Jetzt kann die Drohne eine Distanz von mehr als 3700 km bei einer Geschwindigkeit von bis zu 0,9 Mach überwinden. Die maximale Startmasse stieg auf 5400 kg, und die Nutzlast überstieg 2000 kg.
Steuerung außerhalb der Sichtweite
Ein weiteres strategisches Update war die Einführung der Satellitenkommunikationstechnologie außerhalb der Sichtweite (BLOS). Dies ermöglicht es den Operatoren, die Aktionen des UAV zu steuern, Algorithmen der künstlichen Intelligenz anzupassen oder Befehle zur Zerstörung eines Ziels auf unbegrenzter Entfernung zu erteilen. Der Kommandoposten kann sich am Boden, an Bord eines Kriegsschiffs oder direkt auf dem Leitflugzeug der Gruppe befinden.
Offene Architektur und der europäische Markt
Die Präsentation in Berlin war Teil der Strategie von Boeing, die Plattform auf dem europäischen Markt zu etablieren, insbesondere für die Luftwaffe Deutschlands. Zur Umsetzung des Projekts zog das Unternehmen deutsche Riesen der Verteidigungsindustrie wie Rheinmetall, Diehl Defence und Rohde & Schwarz hinzu. Ein entscheidender Vorteil des MQ-28 ist der modulare Bug mit einem Volumen von 1,5 Kubikmetern und die offene Softwarearchitektur. Dies ermöglicht den Käuferländern, eigene KI-Modelle zu laden, lokale Kommunikationsmittel zu integrieren und nationale Arten von Marschflugkörpern anzuschließen, ohne tief in die Grundkonstruktion eingreifen zu müssen.
Es wird erwartet, dass die ersten Serienexemplare des MQ-28 Block 3 bereits 2028 in Australien in Dienst gestellt werden.