Der ukrainische Mittelfeldspieler Artem Bondarenko, der den Schachtar Donezk erst kürzlich verlassen und zum saudi-arabischen Al-Ahli gewechselt ist, steht im Zentrum eines großen Finanzskandals, der zu seiner vorzeitigen Freigabe führen könnte. Am 21. August 2026 leihte der saudi-arabische Club den 26-jährigen Mittelfeldspieler bis zum 30. Juni 2027 vom Schachtar aus, doch bereits zwei Wochen nach dem Start in der neuen Meisterschaft eskalierte die Situation rund um den Fußballer. In dieser Zeit kam Bondarenko erst auf zwei Einsätze für Al-Ahli und blieb ohne Torbeteiligung, was angesichts des aufkommenden Skandals den Druck auf den Club und den Spieler selbst weiter erhöhte.
Transfer und Leihbedingungen
Laut offiziell ausgearbeiteten Dokumenten schloss sich Bondarenko am 21. August 2026 auf Leihbasis bis zum 30. Juni 2027 Al-Ahli an. Der entscheidende und am meisten diskutierte Bestandteil des Deals war die Bestimmung zum möglichen Kauf des Spielers. Zunächst berichteten die Medien, dass der Vertrag lediglich eine Option – ein Kaufrecht – vorsieht. Auf der offiziellen Website des saudi-arabischen Clubs wurde hingegen von einer Pflicht zum obligatorischen Kauf gesprochen. Genau diese Diskrepanz in der Auslegung der Bedingungen wurde zur Grundlage der anschließenden Streitigkeiten und der Verdachtsmomente auf Finanzmanipulationen.
Entlassung des Sportdirektors und Fragen zum Gehalt
Zum Siedepunkt der Situation wurde die Entlassung des Sportdirektors von Al-Ahli, Rui Pedro Brasa. Laut Informationen des belgischen Insiders Sasha Tavolieri hatten die Vertreter von Bondarenko in den Verhandlungen ein Jahresgehalt von rund 1,3 Millionen Euro erwartet. Der damals amtierende Sportdirektor bot dem Ukrainer jedoch ein deutlich höheres Gehalt – etwa 2,5 Millionen Euro pro Jahr. Journalisten stellten dies mit möglichen Finanzmanipulationen des ehemaligen Funktionärs in Verbindung, offiziell bestätigt wurde, dass gerade der Transfer von Bondarenko die Ursache für die Entlassung von Pedro Brasa war, jedoch nicht.
Widersprüchliche Angaben
In öffentlichen Quellen und den Aussagen der Parteien werden erhebliche Abweichungen festgestellt. Erstens geht es um die Art der Kaufbestimmung: Teilweise wird lediglich von einer Option (Kaufrecht) gesprochen, während die offizielle Website von Al-Ahli von einem obligatorischen Kauf berichtet. Zweitens werden zwei unterschiedliche Gehaltssummen genannt – 1,3 Millionen Euro (die Position, die laut Insider die Spielerseite erwartete) und 2,5 Millionen Euro (das angeblich vom entlassenen Sportdirektor gemachte Angebot). Drittens ist der Zusammenhang zwischen dem Transfer von Bondarenko und dem Rücktritt von Pedro Brasa nur vermutet: Journalisten stellen diese Ereignisse in Verbindung, der Club hat diese Kausalität jedoch nicht offiziell bestätigt. Beide Versionen werden hier ohne Bevorzugung einer der beiden wiedergegeben, da keine der Seiten umfassende öffentliche Erklärungen geliefert hat.
Mögliche Entwicklung der Situation
Der saudi-arabische Journalist Khalid az-Zaharani berichtete, dass innerhalb von Al-Ahli ernsthafte Diskussionen über die weitere Zukunft von Bondarenko geführt werden. Unter den erörterten Optionen – vorzeitige Beendigung der Leihe oder Streichung des Ukrainers aus dem Kader für die saudi-arabische Meisterschaft; die Rechtsabteilung des Clubs wurde bereits zu Konsultationen hinzugezogen. Später präzisierte Tavolieri die Informationen und erklärte, dass Bondarenko nur in den Kader von Al-Ahli für die asiatische Champions League aufgenommen werden soll. Laut seinen Angaben suche der saudi-arabische Club bereits nach einer Möglichkeit, sich so schnell wie möglich vom ukrainischen Mittelfeldspieler zu trennen und an seine Stelle einen anderen Fußballer zu verpflichten, wobei mehrere potenzielle Kandidaten als Ersatz im Visier seien.
Kontext: Position des Schachtar
Für den Schachtar Donezk hat das Ergebnis dieser Geschichte eine direkte finanzielle Bedeutung: Im Falle eines Scheiterns oder einer vorzeitigen Auflösung der Leihe riskiert der Club, beträchtliche Gelder zu verlieren, die in den Deal eingelegt wurden. Vor diesem Hintergrund wurde zuvor berichtet, dass der Schachtar mit seinem Kader für die Champions League überraschte, was die Frage zusätzlich aktuell macht, wie der donezker Club seine Personalpolitik angesichts des Transfers seines Eigengewächses nach Saudi-Arabien gestaltet. Das Ergebnis des Streits zwischen den Parteien wird voraussichtlich von der Entscheidung der Rechtsabteilung von Al-Ahli und der endgültigen Auslegung der Kaufbestimmung im Vertrag abhängen.