Am 7. Juli unterzeichnete der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Dekrete zur Einführung neuer Sanktionen, unter denen sich auch der ehemalige Volksabgeordnete Boryslaw Berezsa befindet. Der Ex-Abgeordnete reagierte auf die Entscheidung des Staatsoberhaupts mit Ironie und nannte die Situation „Bingo“.
Gründe und Folgen der Sanktionen
Gemäß den Dekreten des Präsidenten Nr. 587/2026 und Nr. 588/2026 wurde Boryslaw Berezsa auf die Sanktionsliste gesetzt als Person, die die Politik Russlands gegenüber der Ukraine unterstützt, Kreml-Propaganda verbreitet und Fakten verzerrt. Das Büro des Präsidenten hat keine spezifischen Gründe für die Einbeziehung des ehemaligen Abgeordneten in die Sanktionen genannt.
Die neuen Sanktionen sehen die Einfrierung der finanziellen Vermögenswerte von Berezsa vor sowie die Einschränkung des Zugriffs auf mit ihm verbundene Social-Media-Seiten auf dem Gebiet der Ukraine.
Reaktion von Boryslaw Berezsa
Der Ex-Volksabgeordnete hat die Entscheidung von Selenskyj bereits kommentiert und dabei den russischen Präsidenten Wladimir Putin erwähnt:
„Im Allgemeinen ist es ein echtes Bingo, gleichzeitig Sanktionen von Putin und Selenskyj zu haben! Interessant, wie sie das erklären werden? Denn für die Aufdeckung von Korruption und die Kritik an der Macht – das trifft genau ins Schwarze“, schrieb Berezsa.
Wer ist Boryslaw Berezsa?
Boryslaw Berezsa ist ein ukrainischer Politiker, Aktivist und ehemaliger Volksabgeordneter der Ukraine der VIII. Einberufung. Bekanntheit erlangte er 2014, als er Vertreter der Partei „Rechter Sektor“ wurde. Im selben Jahr wurde er als parteiloser Selbstkandidat in die Werchowna Rada gewählt, verließ danach die Partei und arbeitete im Parlament als fraktionsloser Abgeordneter.
Während seiner Abgeordnetenperiode kommentierte Berezsa aktiv Fragen der Innenpolitik, des Kampfes gegen Korruption und der Tätigkeit der Behörden. Nach dem Ende seiner Arbeit im Parlament setzte er seine öffentliche Tätigkeit als politischer Kommentator und Blogger fort.
Weitere Sanktionen und internationaler Kontext
Mit einem separaten Dekret führte Präsident Selenskyj zudem Sanktionen gegen Lieferanten von Ausrüstung für russische Unternehmen ein, die Komponenten für Raketen herstellen. Diese Entscheidung ist Teil einer breiteren Strategie zur Bekämpfung der russischen Aggression.
Zuvor berichtete RBK-Ukraine, dass die Europäische Union in Kürze neue Sanktionen gegen Russland verhängen könnte. Darüber hinaus hat Bulgarien Brüssel ein Ultimatum wegen zweier Russen auf den Sanktionslisten gestellt. Und die Leiterin der europäischen Diplomatie, Kaja Kallas, schlug vor, ein Visumverbot für den russischen Patriarchen zu unterstützen.