In der Tschernobyl-Ausschlusszone werden weiterhin großflächige Brände gelöscht, die nach einem Angriff russischer Drohnen entstanden sind. Trotz aktiver Maßnahmen der Rettungsdienste konnte das Feuer nur teilweise eingedämmt werden. Die Situation sorgt bei Experten für ernste Besorgnis, die rund um die Uhr den Strahlungshintergrund und die Luftqualität in Kiew und den umliegenden Regionen überwachen.
Umfang der Arbeiten und Maßnahmen der Rettungskräfte
Zur Bekämpfung des Feuers wurden Einheiten des Staatlichen Dienstes für Notfälle (GSCHS), Spezialfahrzeuge und Unternehmen des Bereichs der Verwaltung von GAZV eingesetzt. In die Ausschlusszone wurden zudem Kräfte des gemischten Einsatzteams des GSCHS der Oblast Kiew entsandt. Nach Angaben der Staatlichen Agentur der Ukraine für das Management der Ausschlusszone laufen die Arbeiten rund um die Uhr.
Am 29. Juni gelang es den Rettungskräften, einen Brand in einer der Naturschutz-Forschungsabteilungen vollständig zu löschen. An anderen Abschnitten laufen jedoch weiterhin Arbeiten zur Eindämmung der Brandherde und zur Verhinderung der Ausbreitung des Feuers. Die Überwachung der Situation erfolgt mithilfe von Videoüberwachungssystemen und Kräften der ukrainischen Verteidigung.
Strahlungskontrolle und Luftqualität
Ein zentraler Aspekt der aktuellen Operation ist die Kontrolle der Strahlungslage. Laut Agenturinformationen wird die Strahlungsüberwachung in einem automatisierten System kontinuierlich durchgeführt. Derzeit wurde kein Überschreiten der Kontrollwerte für die Äquivalentdosisleistung der Gammastrahlung festgestellt.
Die Gefahr besteht jedoch in der Verschmutzung der Atmosphäre durch Verbrennungsprodukte. Experten des Ukrainischen Hydrometeorologischen Instituts des GSCHS und der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine analysieren Satellitendaten, die eine Verschlechterung der ökologischen Situation bestätigen. Am 27. und 28. Juni erreichte der Rauch der Brände bereits Kiew sowie die Rajons Wysschhorod, Busch und Browary.
Satellitendaten und Prognosen
Der Satellit Sentinel-5P hat Rauchschwaden mit erhöhten Konzentrationen von Kohlenmonoxid und Feinstaub registriert. Diese Schwaden erstrecken sich bis zu 170 km von den Brandherden entfernt. Experten warnen: Wenn sich der Wind nach Norden dreht, könnte sich der Rauch erneut in Richtung der Hauptstadt und der nahegelegenen Ortschaften ausbreiten.
Kontext: Angriff auf das Kraftstofflager
Erinnert sei daran, dass die Ursache der Brände ein Angriff einer russischen Kampfdrohne in der Nacht vom 6. auf den 7. Juni war. Ziel des Angriffs war das Gelände des Zentralen Lagers für abgebrannten Kernbrennstoff. Infolge des Angriffs wurde das Gebäude für die Annahme von Containern teilweise zerstört, was zu einem Brand führte, der damals schnell gelöscht werden konnte. Die aktuellen Brände sind eine Fortsetzung der Folgen dieses Angriffs.