In Großbritannien wurde die Entscheidung getroffen, eine große Menge russischen Rohöls, das vom festgesetzten Tanker Smirtos beschlagnahmt wurde, zur Auktion zu stellen. Laut Quellen plant die britische Regierung, die Erlöse aus dem Verkauf zur Finanzierung der militärischen Bemühungen der Ukraine zu verwenden.

Im Mittelpunkt steht eine Ladung von 98.000 Tonnen Ural-Rohöl. Der Marktwert dieser Menge wird auf etwa 35 Millionen Pfund Sterling (mehr als 44 Millionen US-Dollar) geschätzt. Britische Beamte begründen die Beschlagnahmung damit, dass das Schiff gegen das Sanktionsrecht verstoßen hat, und der Fracht geht nun rechtlich in das Eigentum des Vereinigten Königreichs über.

Schicksal des Schiffes und Anklage gegen den Kapitän

Der russische Tanker Smirtos wurde am 14. Juni 2026 in der Ärmelbucht festgesetzt. Die Operation zur Beschlagnahmung des Schiffes wurde unter Beteiligung der Royal Marines durchgeführt. Derzeit liegt der Tanker vor der Küste von Weymouth unter der Kontrolle des britischen Verteidigungsministeriums.

Die Behörden versprechen, dass das Schiff selbst nach Abschluss der Ermittlungen, die die Nationale Agentur zur Bekämpfung der Kriminalität durchführt, nach Russland zurückgeschickt werden soll. Die Besatzung wird jedoch nicht ungestraft davonkommen. Dem Kapitän des Schiffes, dem indischen Staatsbürger Adjay Pant, wurden Vorwürfe der vorsätzlichen Umgehung von Sanktionen und der illegalen Lieferung russischer Erdölprodukte gemacht.

Der Kapitän bleibt bis zum Prozess in Haft, der für den 16. Juli anberaumt ist. Die Verteidigung hat bereits erklärt, dass Pant ausschließlich auf Befehl gehandelt habe und keine Möglichkeit gehabt habe, die Route des Schiffes zu kontrollieren.

Strategie zur Bekämpfung der Schattenflotte

Die britische Regierung betont, dass der Überfall auf den Smirtos nur der Beginn einer groß angelegten Kampagne gegen die „Schattenflotte“ Russlands ist. Offizielle Stellen stellen fest, dass die Situation dadurch erschwert wird, dass einige russische Tanker in der Ärmelbucht von russischen Kriegsschiffen begleitet werden, was eine direkte Beschlagnahme ohne Eskalationsrisiko unmöglich macht.

Dieser Vorfall ereignet sich vor dem Hintergrund eines allgemeinen verstärkten Drucks auf die russische Flotte seitens der europäischen Länder. Insbesondere haben die französischen Streitkräfte kürzlich den Öltanker Deliver vor der Küste Siziliens festgesetzt, der gegen das Seerecht verstieß.

Der französische Präsident Emmanuel Macron erklärte, dass Europa die Seelücken für russisches Öl dank der gemeinsamen und entschlossenen Haltung der Verbündeten schließt. Dies wurde möglich, nachdem der Rat der EU beschlossen hat, die Befugnisse der Marine-Mission IRINI im Mittelmeer zu erweitern. Die zuständigen Behörden haben klargestellt, dass die Streitkräfte nun das Recht haben, verdächtige Tanker auch ohne Zustimmung der Kapitäne zu betreten, um die Einhaltung der Sanktionen zu überprüfen.