Die ukrainischen Angriffe auf die Krim und die Fährverbindung von Keratsch am 20. Juni haben der russischen Logistik einen spürbaren Schlag versetzt. Laut einem Bericht des britischen Verteidigungsministeriums, der von RBK-Ukraine veröffentlicht wurde, wurden im Rahmen der Angriffe Luftabwehrsysteme, Kraftstofflager und drei Autofähren getroffen. Experten des britischen Verteidigungsministeriums sind der Ansicht, dass diese Verluste die Versorgungsprobleme auf der Halbinsel „nahezu sicher“ verschärft haben, insbesondere vor dem Hintergrund des Kampfes um den südlichen Landkorridor.
Kraftstoffknappheit und Verkehrsstaus
Die Lage in der Logistik auf der Krim verschärft sich. Nach Angaben des britischen Geheimdienstes herrscht in der Region allgegenwärtiger Mangel an Kraftstoff. An den Fährüberfahrten werden erhebliche Verzögerungen verzeichnet, was sich direkt auf die Geschwindigkeit der Güterzufuhr auswirkt. Die Außerbetriebnahme von drei Fähren wurde zu einem kritischen Faktor, da diese das entscheidende Glied in der Lieferkette darstellen.
Im Bericht des britischen Ministeriums wird an die strengen Sicherheitsprotokolle erinnert, die nach dem ersten Angriff auf die Krim-Brücke im Oktober 2022 eingeführt wurden. Diese Maßnahmen haben das Verkehrsschema grundlegend verändert:
- LKW dürfen die Brücke nicht mehr befahren; ihnen ist nur die Nutzung der Fährverbindung gestattet.
- Die Brücke selbst wird nun ausschließlich für den Verkehr von PKW, Bussen und einem Teil des Eisenbahnverkehrs genutzt.
Kumulativer Effekt der Angriffe
Das Problem mit der Fährflotte entstand nicht von heute auf morgen. Nach Einschätzung des Geheimdienstes griff die Ukraine bereits im März und April 2026 zwei weitere Eisenbahnfähren an, die die militärische Logistik unterstützen. Britische Analysten gehen davon aus, dass diese Schiffe sich „nahezu sicher“ derzeit in Reparatur befinden, was die Durchgangskapazität der Fährverbindung weiter reduziert.
Schwächung der Luftabwehr und Erweiterung des Arsenal
Das britische Verteidigungsministerium stellt fest, dass die Ukraine die russischen militärisch-logistischen Netzwerke auf dem besetzten Territorium immer intensiver angreift. Dies wurde durch die Erweiterung des Arsenal möglich, insbesondere durch den Einsatz von Einweg-Schlagdrohnen und Munition für Fernangriffe.
Laut Einschätzung des Geheimdienstes schwächt die Breite der Ziele, die von ukrainischer Seite angegriffen werden, die russische Luftabwehr effektiv. Dies geschieht selbst in prioritären und gut befestigten Bereichen wie der Straße von Keratsch. Infolgedessen erweitern sich die Möglichkeiten der Ukraine, Angriffe auf die Krim-Brücke zu führen – ein strategisches und politisch sensibles Ziel, das von Präsident Putin eröffnet wurde.
Kürzlich führten die Streitkräfte der Ukraine eine Serie massiver Angriffe auf die Krim durch, bei denen Gasstationen, Öltankterminals, Luftabwehrsysteme und Logistikobjekte getroffen wurden. Das Institut für die Studie des Krieges (ISW) stellte fest, dass solche Angriffe auf die Infrastruktur von Brücken die Landwege zur Krim faktisch blockieren und die Vorbereitung Russlands auf Offensive Operationen erschweren.