Der traditionelle Großparade zum „Tag der Marine', der jährlich die Aufmerksamkeit auf Sankt Petersburg lenkte, könnte ausfallen. Der Geheimdienst des britischen Verteidigungsministeriums hat eine Prognose aufgestellt, wonach Russland dieses Ereignis zum zweiten Mal in den letzten Jahren absagen wird. Als Hauptfaktor für eine solche Entscheidung werden kritische Sicherheitsbedenken genannt.
Geschichte der Absagen und Kürzungen
Die Ereignisse der letzten Jahre zeigen einen beständigen Trend zur Änderung des Formats der Feierlichkeiten. Von 2017 bis 2024 wurde der Tag der Marine in Russland unverändert von einer grandiosen Seeparade in der Ostsee begleitet. An diesen Tagen zeigte die Flotte ihre Stärke in den Gewässern vor den Küsten Sankt Petersburgs, und Wladimir Putin führte persönlich die Inspektion der Kriegsschiffe durch. Im vergangenen Jahr wurde die Veranstaltung vollständig abgesagt, und damals wurden Sicherheitsrisiken als Hauptgrund genannt.
Im Jahr 2024 wurde der Parade trotz ihrer Durchführung im Vergleich zu den Vorjahren erheblich verkleinert. Im vergangenen Jahr wurde die Veranstaltung vollständig abgesagt, und damals wurden Sicherheitsrisiken als Hauptgrund genannt. Nun glauben britische Analysten, dass sich das Szenario in diesem Jahr wiederholen wird: Die wichtigste Marineparade findet erneut nicht statt.
Sicherheitsfaktor und Angriffe auf Kronstadt
Der entscheidende Auslöser für eine mögliche Absage waren die tatsächlichen Kampfeinsätze, die die russische Flotte erlitten hat. Am 3. Juni trafen ukrainische Streitkräfte erfolgreich den Fregatte „Boykiy' des Projekts „Stereguschtschi' der Ostseeflotte. Der Angriff ereignete sich in Kronstadt, in unmittelbarer Nähe von Sankt Petersburg, was die Bedrohung für die Durchführung einer Großveranstaltung in dieser Region real und greifbar machte.
Das im öffentlichen Raum veröffentlichte Video der Folgen des Angriffs zeigte ein brennendes Korvette. Dieser Vorfall demonstrierte anschaulich die Fähigkeit der Ukraine, militärische Objekte Russlands auf einer Distanz von mehr als 1000 km zu treffen. Das Schiff „Boykiy', das für Provokationen an den Grenzen der NATO und zur Begleitung von Tankern des sogenannten „Schattenflotten' verwendet wurde, wurde außer Gefecht gesetzt, was das maritime Potenzial der RF in der Ostsee erheblich geschwächt hat.
Ersatzszenario: Manöver statt Parade
Falls sich die Prognosen über die Absage des feierlichen Schiffszugs bestätigen, könnten die russischen Behörden ein alternatives Format zur Demonstration von Stärke wählen. Laut britischem Geheimdienst könnten anstelle einer öffentlichen Parade in St. Petersburg geschlossene oder begrenzte Seemanöver durchgeführt werden. Als Beispiel wird ein Format angeführt, das den geplanten Manövern „Juli-Sturm' für das Jahr 2025 ähnelt.
So würde der Fokus von dem gewohnten Spektakel mit ausländischen Delegationen und zivilen Schiffen auf taktische Ausbildung und Geheimhaltung verlagert, was durch die aktuelle operative Lage und die Unmöglichkeit, die Sicherheit der Teilnehmer und Zuschauer unter realer Bedrohung von Angriffen zu garantieren, diktiert wird.