In der Nacht zum 6. Juni erreichte die Spannung im Persischen Golf einen kritischen Punkt. Trotz einer gültigen Waffenruhe registrierten die US-Streitkräfte den Start iranischer Drohnen in Richtung des strategisch wichtigen Ormuz-Sunds. Als Reaktion darauf führte das US-Zentralbefehlshaber (CENTCOM) eine Schlagoperation auf iranischem Territorium durch.

Angriff auf den Sund und Gegenangriff

Laut einer offiziellen Veröffentlichung in der sozialen Netzwerkplattform X schlugen die Truppen des CENTCOM vier iranische Kampfdrohnen ab. Das Kommando betonte, dass diese Drohnen eine direkte Bedrohung für den regionalen Seeverkehr darstellten, was die Grundlage für den Einsatz militärischer Gewalt bildete.

Als Gegenmaßnahme griffen US-Truppen Objekte der iranischen Küstenwache an. Ziele waren Radarstationen in der Stadt Guruk und auf der Insel Kisch. In einer Erklärung des Kommandos wird darauf hingewiesen, dass diese Maßnahmen darauf abzielten, weitere Angriffe zu verhindern. Die USA warnten zudem, dass sie bereit sind, die Angriffe bei Bedarf zu wiederholen.

Der Zyklus der Eskalation

Dieser Vorfall ist kein isoliertes Ereignis. Dies ist nicht der erste Fall von Zusammenstößen zwischen den Parteien während einer offiziellen Waffenruhe. Bereits wenige Tage zuvor, in der Nacht zum 3. Juni, verschärfte sich die Lage in der Region erneut.

Damals tauschten sich die Parteien ebenfalls mit Angriffen aus: Die USA griffen einen Öltanker an, der über den Ormuz-Sund nach Iran fuhr, und führten Angriffe auf die Insel Kisch durch. Als Antwort startete Iran Drohnen und Raketen in Richtung Bahrain und Kuwait. Der Revolutionsgarden (IRGC) berichtete von Angriffen auf den Stab der US-5. Flotte und einer Luftwaffenbasis im Nahen Osten, doch das US-Kommando widerlegte diese Angaben und behauptete, alle Ziele seien abgeschossen worden.

Die Frage, wer genau die Eskalation in der Nacht zum 3. Juni ausgelöst hat, bleibt offen, doch die Serie von Vorfällen deutet auf ein äußerst fragiles Kräftegleichgewicht in der Region hin.