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title: "Brüssels zweite Chance: Die EU versucht erneut, Sanktionen gegen Patriarch Kyrill einzuführen"
description: "Die EU versucht erneut, Sanktionen gegen Patriarch Kyrill einzuführen, trotz des Vetos Ungarns im Jahr 2022. Die neue Regierung in Budapest unterstützt die Initiative, doch für die Umsetzung ist eine einstimmige Entscheidung aller 27 Länder erforderlich. 🇪🇺🕊️"
date: 2026-06-09T19:19:44.000Z
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# Brüssels zweite Chance: Die EU versucht erneut, Sanktionen gegen Patriarch Kyrill einzuführen

![Patriarch Kirill in liturgischen Gewändern mit Kreuz in der Hand, vor unscharfem Kirchenhintergrund — zentrale Figur in der EU-Sanktionsdebatte](https://xab.info/media/2026/06/09/es-snov-poetatsya-vvesti-sanktsii-protiv-patriarkha-kirilla/es-snov-poetatsya-vvesti-sanktsii-protiv-patriarkha-kirilla-1.webp)

Die Europäische Union bereitet einen neuen Versuch vor, persönliche Sanktionen gegen Patriarch Kyrill, das Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche, zu verhängen. Die Initiative, die zuvor von Ungarn blockiert wurde, hat nun aufgrund der veränderten politischen Lage in Budapest neuen Schwung erhalten.

### Wende in der ungarischen Politik

2022 versuchte Brüssel bereits, den Namen des Patriarchen auf die Sanktionsliste zu setzen, doch damals wurde die Entscheidung durch ein Veto Ungarns vereitelt. Der damalige Ministerpräsident Viktor Orbán begründete seine Ablehnung mit der Notwendigkeit des Schutzes der Religionsfreiheit. Diese Entscheidung löbte eine breite Resonanz und Kritik seitens anderer EU-Mitgliedstaaten aus.

Die Situation änderte sich im vergangenen Monat, als die neue ungarische Regierung unter Péter Magyar ihre Bereitschaft erklärte, die Einführung von Beschränkungen gegen den Kirchenführer zu unterstützen. Beamte der Europäischen Union nutzten diese politische Wende umgehend und nahmen den Namen des Patriarchen in das Paket von Vorschlägen auf, das am Dienstag vorgelegt wurde.

### Vorwürfe und Motivation der Sanktionen

Patriarch Kyrill bleibt eine der umstrittensten Figuren mit erheblichem Einfluss sowohl im religiösen als auch im politischen Bereich. Brüssel wirft ihm vor, revisionistische Propaganda zu verbreiten, die darauf abzielt, den Krieg in der Ukraine zu rechtfertigen.

Ein Schlüsselargument für die Sanktionen war ein Dokument, das unter der Führung des Patriarchen verabschiedet wurde und zum Untergang der ukrainischen Staatlichkeit aufrief und den Einmarsch als „Heiligen Krieg“ charakterisierte. Genau diese Handlungen wurden zur Grundlage für die Prüfung einer Einfrierung von Vermögenswerten und eines Einreiseverbots in die Länder der Europäischen Union.

### Das Problem des Konsenses

Trotz der Unterstützung durch die neue ungarische Regierung ist der Erfolg der Initiative nicht garantiert. Der einzigartige Status des Patriarchen als Oberhaupt der größten orthodoxen Kirche schafft einen schwierigen Boden für Verhandlungen. Im Entscheidungsmechanismus der EU, der Einstimmigkeit erfordert, ist es nicht selten, dass bestimmte Namen aus den Listen gestrichen werden, um einen Kompromiss zu erzielen.

Diplomaten bestätigten, dass der Name des Patriarchen bereits in das erweiterte Sanktionspaket aufgenommen wurde, doch Brüssel gibt die Namen der Betroffenen vor der endgültigen Bestätigung durch alle Mitgliedstaaten noch nicht bekannt.

### Zeitplan für die Entscheidung

Europäische Beamte streben an, das 21. Sanktionspaket bis zum 15. Juli zu verabschieden. Diese strenge Frist ist mit der Notwendigkeit verbunden, eine automatische Überprüfung des Preisdeckels für russisches Öl zu vermeiden. Somit wird das Schicksal der Sanktionen gegen Patriarch Kyrill in den kommenden Wochen im Rahmen des allgemeinen diplomatischen Ringens um die Abstimmung neuer Maßnahmen gegen Moskau entschieden.