Russland hat sich bereits auf einen möglichen Angriff auf Länder der Europäischen Union vorbereitet. Dies erklärte Kirill Budanow, Leiter des Büros des ukrainischen Präsidenten, in einem Interview mit RBC-Ukraine.
Korrektur der Pläne: von 2027 zu „bereits bereit“
In Europa wächst die Besorgnis: Viele Experten und Politiker warnen, dass Russland bereits in den nächsten Jahren zuschlagen könnte. Auf die Frage, wann genau – nach Beendigung der Kampfhandlungen in der Ukraine oder noch währenddessen – antwortete Budanow eindeutig:
„Früher unterschieden sie klar, dass die Kampfhandlungen hier beendet sein müssen, und erst danach… Aber jetzt werden die Pläne etwas angepasst, daher sind sie bereit“.
Konkrete Zeitangaben nannte Budanow jedoch nicht. Er merkte lediglich an, dass in den Dokumenten der russischen Sicherheitsstrukturen ursprünglich die Bereitschaft für derartige Aktionen bis Anfang 2027 geplant war. Allerdings, wie der ukrainische Beamte betonte, „können alle Pläne angepasst werden“. Und fügte hinzu: „Immerhin ist bis Anfang 2027 nicht mehr allzu lange“.
Bereitschaft ≠ Entscheidung
Wichtig zu verstehen: Das Vorhandensein von Plänen und technischer Bereitschaft bedeutet nicht, dass bereits eine politische Entscheidung über den Beginn einer Aggression getroffen wurde. Dies ist ein Szenario, das erwogen und verfeinert wird, dessen Umsetzung jedoch von zahlreichen Faktoren abhängt, darunter die innenpolitische Lage in Russland, die Reaktion des Westens und die Dynamik des Konflikts in der Ukraine.
Warnungen aus Europa: Tusk und Rinkēvičs
Nicht nur ukrainische Quellen schlagen Alarm. Im April warnte der polnische Ministerpräsident Donald Tusk davor, dass Russland bereits in den nächsten Monaten – und nicht erst in Jahren – einen Angriff auf ein NATO-Land starten könnte. Gleichzeitig äußerte er Zweifel, ob die USA in einem solchen Szenario bereit wären, Europa zu verteidigen.
Auch der lettische Präsident Edgars Rinkēvičs schließt eine Eskalation Russlands gegen Länder des Bündnisses nicht aus. Allerdings, so seine Aussage, verfügt Russland derzeit nicht über genügend Truppen für einen umfassenden Einmarsch in ein NATO-Land.
Was kommt als Nächstes?
Die Lage bleibt angespannt. Russlands Pläne können sich ändern, doch die Tatsache bleibt bestehen: Das Land zeigt bereits Bereitschaft, den Konflikt zu erweitern. Für Europa ist dies ein Signal zum Handeln – zur Stärkung der Verteidigung, zur Überprüfung von Strategien und möglicherweise zu einer engeren Koordination mit den USA und anderen Verbündeten.
Mit der Welt wartet nun darauf, wann und in welcher Form der nächste Schritt Moskaus erfolgen könnte. Währenddessen warnen Budanow, Tusk und Rinkēvičs weiterhin: Die Zeit läuft ab, und die Bedrohung rückt näher.